Review: Superman – Secret Origin

Cover_Superman - Secret Origin (Eaglemoss Collection)

Cover von Gary Frank

Autoren
Geoff Johns & Jerry Coleman

Zeichner
Gary Frank & Al Plastino

Verlag
Eaglemoss Collections

Erscheinungsdatum
16.09.2015

Seitenanzahl
230

Preis
12,99 €

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Storytitel
Secret Origin, Buch 1 – Der Junge aus Stahl (aus US Superman – Secret Origin #1, September 2009)
Secret Origin, Buch 2 – Superboy und die Legion der Superhelden (aus US Superman – Secret Origin #2, Oktober 2009)
Secret Origin, Buch 3 – Der sanftmütige Reporter (aus US Superman – Secret Origin #3, November 2009)
Secret Origin, Buch 4 – Gebrochene Herzen (aus US Superman – Secret Origin #4, Januar 2010)
Secret Origin, Buch 5 – Seltsamer Besucher (aus US Superman – Secret Origin #5, Februar 2010)
Secret Origin, Buch 6 – Das Ende (aus US Superman – Secret Origin #6, August 2010)
Clark Kents Studienzeit (aus US Superman #125, November 1958)

Inhalt
Der letzte Sohn von Krypton fällt wie eine Sternschnuppe vom Himmel. Jahre später wird er als Beschützer der Erde gefeiert, den Planeten, den er nun seine Heimat nennt. Doch was passierte in der Zeit dazwischen? Die wahre Geschichte wurde nie erzählt…bis heute!
Außerdem: Clark Kent ist Student an der Universität von Metropolis und wird von seinem Wissenschaftslehrer, Professor Maxwell, verdächtigt, Superboy, der Superheld von Smallville, zu sein.

Meine Meinung
Superman lese ich schon seit ich ein Kind war (Mitte der 1980er Jahre holte ich mir mit Superman Superband #1 von Ehapa meinen ersten Comic vom Stählernen), also seit nun schon über 30 Jahren. In dieser Zeit habe ich natürlich schon viele Versionen von Supermans Entstehungsgeschichte gelesen. Von September 2009 bis August 2010 brachte DC Comics mit der hier enthaltenen Mini-Serie „Superman – Secret Origin“ eine weitere Version von Supermans Entstehungsgeschichte auf den Markt. Diese verbindet diesmal Aspekte aus vielen vorher erschienen Stories ähnlicher Art miteinander.
Superman – Secret Origin #1
Die Anfangsgeschichte von Superman ist mir ja schon bekannt. Von daher gibt es hier keine großen Überraschungen. Ich habe eigentlich auch nicht viel von diesem Heft erwartet und bin daher wirklich positiv überrascht. Autor Geoff Johns schafft es wirklich die bekannte Story modern und sehr unterhaltsam zu verpacken. Gut gefällt mir zum Beispiel das Clark hier alles andere als begeistert ist, dass die Kents nicht seine wahren Eltern sind und er von einer anderen Welt kommt. Schmunzeln mußte ich auch, dass er am Ende, als er sein Superman-Kostüm das erste Mal trägt, sagt das er es heute das erste und letzte Mal anzieht. Wir wissen ja das es anders kommt. Aber natürlich ist es für einen Teenager schon etwas peinlich so ein Kostüm zu tragen. Schön das Johns das hier mal aufgreift. Gut finde ich auch das mit Lana mindestens schon eine Person außer den Kents weiss, dass Clark über übermenschliche Kräfte verfügt. Da Clark ja noch gar nicht weiss was er alles kann, ist es logisch das sich einige seiner Kräfte plötzlich zeigen und er sie auch vor anderen dadurch nicht immer verbergen kann. Schon als er Lana vor einigen Jahren vor dem Mähdrescher rettete und dabei unverletzt blieb, war ihr natürlich klar, dass er kein normaler Junge ist. Ähnlich wie in der TV-Serie Smallville treffen sich Lex Luthor und Clark hier schon als Teenager. Auch damit bin ich völlig einverstanden. Denn dadurch wird der Mann aus Stahl mit seinem Gegenspieler auf eine ganz andere Art als vorher verbunden und es entsteht eine völlig andere Ausgangssituation für die beiden, die das Verhältnis der beiden Widersacher umso interessanter macht.
Superman – Secret Origin #2
Eine sehr unterhaltsame Geschichte bekommt man hier von Autor Geoff Johns serviert. Er macht hier nochmal deutlich was Superboy/Superman für die Legion of the Super-Heroes bedeutet und erzeugt bei mir wieder das alte Feeling, das ich schon früher immer bei den Superboy/Legion Geschichten hatte. Die habe ich schon immer sehr gerne gelesen. Und auch hier habe ich das Zusammentreffen zwischen Superboy und der Legion wieder sehr genossen. Schön sind auch die Anspielungen auf einige Schlüsselereignisse (z.B. seinen Tod, New Krypton, War of the Supermen etc.) im Leben des Stählernen. Gut gelingt es Johns auch den Charakter von Lex Luthor hier zu beschreiben. Diesen lässt er mehr und mehr zu dem werden was er später ist. Ein böser Mensch der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und der gerne anderen etwas vorspielt. Interessant wird es auch nochmal wenn es um diese Art Raumkapsel geht, die fast ins Haus der Kents gekracht wäre. Sie scheint ja auf Clarks Stimme zu reagieren. Was hat es damit auf sich?
Superman – Secret Origin #3
In diesem Heft steht ganz klar Clark Kent im Mittelpunkt. Superman tritt erst auf den letzten Seiten in Erscheinung. Das ist auch gut so. Denn der Clark Kent von Autor Geoff Johns gefällt mir hier sehr gut. Er erinnert mich vom Verhalten und Auftreten direkt an den Clark aus den Superman Filmen mit Christopher Reeves. Unheimlich nett ist er, dabei auf liebenswürdige Art tolpatschig. Insgesamt also genau der Clark Kent, den ich am liebsten habe. Einige Szenen erinnern auch an den ersten Superman-Film. Zum Beispiel die Szene in der Lois vom Hochhaus fällt und droht zusätzlich von einem Helicopter erschlagen zu werden, bevor Superman sie rettet. Auch dadurch sammelt Autor Johns bei mir hier wieder fleissig Pluspunkte. Interessant ist auch, dass Clark hier schon beim Daily Planet auf Rudy Jones trifft, der ja später zum Parasite wird (Das passiert dann in Heft #4). Jones arbeitet beim Planet als Putzkraft. Das Ganze ist ein wirklich gelungener Sprung zum erwachsenen Clark Kent/Superman und seinem Eintreffen in Metropolis.
Superman – Secret Origin #4
Auch das vierte Heft dieser Mini-Serie hat mir wieder gut gefallen. Allerdings glaube ich auch das Autor Geoff Johns hier eine Riesenchance ausgelassen hat. Und zwar die, den Parasite endlich wieder interessanter zu machen. Den mit Rudy Jones als Parasite war ich nie ganz glücklich. Da fand ich den Pre-Crisis Parasite Raymond Maxwell Jensen um Klassen besser. Dieser Charakter war nicht nur viel klüger als Jones, er hatte auch viel mehr Tiefe und wirkte viel gefährlicher. Jones hingegen ist einfach ein dummer Mensch, der auch als Parasite oft nur eine Lachnummer ist. Wenigstens schafft es Autor Johns hier das sich die Lachnummer in Grenzen hält und Parasite einigermaßen gefährlich rüberkommt. Er holt aus dieser Figur raus was man rausholen kann. Das rechne ich ihm dann auch wieder positiv an. So zeigt er Jones als Mensch der wohl immer Hunger hat, was zu ihm und dann auch zu seiner Rolle als Parasite ganz gut passt. Gefallen hat mir auch wie Geoff Johns auf Jimmy Olson hier eingeht. Dieser wurde bisher von seinen Kollegen nie beachtet und leidet sehr darunter. Schön das der Autor hier richtig auf Jimmy Olson eingeht, was früher viele Autoren zu sehr vernachlässigt haben. Die vielleicht einzige kleine Schwäche dieser Mini-Serie bleibt in diesem Teil einfach der Parasite.
Superman – Secret Origin #5
Auch der fünfte Teil dieses Serie ist sehr stark. Autor Geoff Johns schafft es sehr gut hier vor allem General Lane zu charakterisieren und sein schwieriges Verhältnis zu dessen Tochter Lois darzustellen. So steht der General hier für jene Leute, die gegenüber allen Fremden Vorurteile entwickeln. So sieht er in Superman nicht den Helden, sondern nur ein Alien das ja eine Gefahr für sein Land und die Menschheit sein muss. Ohne lange nachzudenken geht er hier direkt mit seiner Armee gewaltsam gegen Superman vor. Eigentlich also legt er das selbe Verhalten an den Tag, das auch den ehemaligen US-Präsident George Bush Jr. während seiner viel zu langen Amtszeit “auszeichnete”. Sollte Geoff Johns das Heft vielleicht sogar als Kritik an diesem Verhalten nutzen wollen, dann ist ihm das sehr gut gelungen. Schön dargestellt ist hier auch, dass Lois und ihr Vater nicht miteinander können. General Lane hätte sich lieber, statt seiner zwei Töchter, einen Sohn gewünscht. Diesen sieht er ausgerechnet in seinem Sergeant John Corben. Das dieser Angeber mal ein Date mit Lois hatte und ihr wieder näher kommen will und auch ein “Nein” von ihr nicht akzeptieren will, gibt der Story noch zusätzliche Würze. Gut finde ich auch das eben dieser Corben später zu Metallo werden wird, was hier durch den Unfall schon angedeutet ist.
Superman – Secret Origin #6
Das Heft ist wieder sehr unterhaltsam. Autor Johns versteht es sowohl die Action-Sequenzen als auch die emotionalen Szenen sehr gut zu schreiben. Er kann mit den Figuren hier einfach sehr gut umgehen. Nie war zum Beispiel General Lane böser, oder Metallo gefährlicher als hier. Auch und vor allem Superman wird hier so gezeigt, wie ich ihn mir vorstelle.
Die Zeichnungen von Gary Frank sind durchweg top. Sein Stil ist weiterhin eine Anlehnung an die alten Superman-Filme mit Christopher Reeve. Das passt natürlich perfekt zur Grundstimmung der von Geoff Johns geschriebenen Story. Einziger Wehrmutstropfen bleibt auch hier der Parasite. Denn auch Gary Frank schafft es nicht, ihn wirklich so zu zeichnen, wie ich ihn mir vorstelle. Statt gefährlich kommt er doch ein wenig lächerlich rüber, was allerdings dann auch wieder zu seiner Charakterisierung hier passt.
Die Story aus dem klassischen Superman #125, die Clark Kents Studienjahre und seinen Wandel von Superboy zu Superman zeigen, kannte ich schon aus meinem oben erwähnten ersten Superman Comic „Superman Superband #1“ von Ehapa. Die von Jerry Coleman geschriebene und Al Plastino gezeichnete Geschichte ist natürlich für heutige Verhältnisse recht einfach und naiv. Dennoch gefällt sie mir bis heute, was sicherlich am Nostalgie-Faktor liegt.
Ich kann dieses Band allen Leuten empfehlen, die mal bei Superman reinschnuppern wollen. Und für langjährige Superman-Fans dürfte dieser Band eh ein Pflichtkauf sein.

Bewertung
Bewertungsstern_04

 

 

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