Review #936: Batman – Ein Tod in der Familie

Cover_Batman - Ein Tod in der Familie (Eaglemoss Collections)

Cover von Jim Aparo

Autoren
Jim Starlin & Doug Moench

Zeichner
Jim Aparo, Don Newton & Alfredo Alcala

Verlag
Eaglemoss Collections

Erscheinungsdatum
13.05.2015

Seitenanzahl
184

Preis
12,99 €

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Storytitel
Story 1: Ein Tod in der Familie – Teil 1 von 4 (aus US Batman #426, Dezember 1988)
Story 2: Ein Tod in der Familie – Teil 2 von 4 (aus US Batman #427, Dezember 1988)
Story 3: Ein Tod in der Familie – Teil 3 von 4 (aus US Batman #428, Dezember 1988)
Story 4: Ein Tod in der Familie – Teil 4 von 4 (aus US Batman #429, Januar 1989)
Story 5: Der Joker wird wild! (aus US Batman #366, Dezember 1983)

Inhalt
Der Joker hat eine Atomrakete in seinen Besitz gebracht, die er an Terroristen verkaufen will. Während Batman im Mittleren Osten versucht, eine Katastrophe zu verhindern, macht sich sein unerfahrener Sidekick Robin (Jason Todd) auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter. Das Dynamische Duo findet erst wieder zusammen, als es von einem grauenvollen Schicksalsschlag ereilt wird…
Außerdem: Der erste Auftritt von Jason Todd im Robin-Kostüm. Batmans neuer Gehilfe kommt dem Dunklen Ritter in Guatemala im Kampf gegen den Joker zur Hilfe.

Meine Meinung
„Ein Tod in der Familie“ ist einer der berühmtesten Batman Storyarcs aller Zeiten. Obwohl ich diese Story natürlich im groben kenne, hatte ich sie bis jetzt noch nicht in meiner Comicsammlung. Daher war dieser Band der DC Comic Eaglemoss Collection auch ein Pflichtkauf für mich. Die Geschichte erzählt, wie es zum Tod von Jason Todd als zweitem Robin durch den Joker kommt.
In den letzten 10 Jahren wurden die Comicleser im Superheldenbereich mit Todesfällen diverser Comichelden nahezu überflutet. Die Helden sterben und weilen wenig später schon wieder unter den Lebenden. So kann uns ein solcher Todesfall auch heute nicht mehr als ein müdes Lächeln abringen. Meist geht es nur darum, wie ist die Geschichte geschrieben und später fragt man sich nur, wie holen die Autoren den Charakter wieder zurück. Besondere Auswirkungen hat ein solcher Todesfall heute nicht mehr.
Doch dieser Storyarc hier unterscheidet sich in ein paar Punkten schon von ähnlichen Geschichten aus den letzten Jahren. Jason Todds Tod gehört immer noch zu den wenigen verbliebenen Superhelden Todesstories, die eine echte Bedeutung und eine nachhaltige Wirkung hatten. Klar, auch Jason Todds Tod wurde bereits vor Jahren wieder rückgängig gemacht. Während allerdings heutzutage die Helden, wenn es lange dauert, bereits nach einem Jahr wieder kommen (meist aber schon früher), dauerte es bei Jason Todd satte 16 Jahre bis er 2005 wieder zurückkehren sollte. Ein sehr langer Zeitraum also, den man sich bei ähnlichen Geschichten heute gar nicht mehr vorstellen kann. Besonders und einzigartig war damals aber auch der Umstand, der zu seinem Tod führte. Und damit meine ich noch nicht einmal die Story an sich, auf die ich gleich dann natürlich auch noch kurz eingehen werde, sondern das was sich Abseits der Geschichte ereignete. Nachdem Dick Grayson die Identität des Nightwing angekommen hatte, entschied sich Batman für Jason Todd als dessen Nachfolger im Robin Kostüm. Allerdings war Todd nicht so beliebt bei den Fans, wie es Dick Grayson immer gewesen ist. Also entschied man sich irgendwann bei DC die Fans entscheiden zu lassen, wie es mit Jason Todd weitergehen sollte. So wurden die Leser per Telefonvoting vor dieser Storyline dazu aufgerufen, sich zu entscheiden, ob Jason Todd leben oder sterben sollte. Nach 10614 Anrufen entschieden sich 5271 Stimmen gegen seinen Tod und 5343 Stimmen dafür. Das die Fans hier so stark mit einbezogen wurden hatte es vorher und meines Wissens auch nachher nie mehr gegeben.
Doch nun mal zur Geschichte selber. Sie ist recht spannend geschrieben und zeigt vor allem noch einmal gut, wie sich Jason Todd von Dick Grayson als Robin unterscheidet. Jason ist widerspenstig, hört nur selten auf Batman und überschätzt seine eigenen Fähigkeiten oft maßlos. Es wird sehr stark auf seinen Charakter eingegangen und auch erklärt warum er so handelt.
Nicht so gut gefällt mir, das es bei der Geschichte zu viele Zufälle gibt. Klar, man will Robin in Jokers Gewalt bringen, um ihn dann vom Verbrecherclown töten zu lassen. Allerdings wirkt das Ganze teilweise auch zu stark gezwungen. Dennoch insgesamt eine recht lesenswerte Story, wenn man über diese Sachen etwas hinweg sieht.
Dazu gibt es noch den ersten Auftritt von Jason Todd im Robin Kostüm. Diese Story ist solide aber nichts Besonderes, außer eben vielleicht dadurch, das man hier eben Jason zum ersten Mal im Robin Kostüm sieht.
Die Zeichnungen von Jim Aparo sind recht gut gealtert und lassen sich auch heute noch gut anschauen. Anders sieht es da schon bei den Zeichnungen von Don Newton und Alfredo Alcala aus (Story 5), die Jason Todds ersten Auftritt im Robin Kostüm illustrieren. Diese Bilder wirken viel Schwächer als die von Aparo. Der Joker sieht harmloser aus und auch Batman wirkt nicht gerade furchteinflössend. Interessant ist auch noch, das es in diesem Band auch die Seite gibt, die Jim Aparo einst alternativ zur genommen Seite zeichnete, in der Robin das Ganze überlebt hatte. Diese wurde aber erst viele Jahre später im Batman Annual #25 im Jahre 2006 erstmals veröffentlicht.
Fazit: Für jeden Batman-Fan eine „Must-have“-Story.

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Bewertung
bewertungsstern_032

 

17 Responses to Review #936: Batman – Ein Tod in der Familie

  1. mueli77 sagt:

    Wenn man das Voting mal außen vor lässt ist „Ein Tod in der Familie“ nichts Außergewöhnliches und schlecht gealtert. Alles was jetzt noch bleibt ist eine passable Batman-Geschichte, die vor allem von ihrem Mythos lebt und nicht gerade eine von Starlins besten Arbeiten ist. Über jeden Zwiefel erhaben sind aber Aparos Zeichnungen, die auch heute noch sehr gut aussehen.

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  2. Crayton sagt:

    Allerdings finde ich auch das eben der Fakt das Jason danach wirklich über mehr als ein Jahrzehnt tot blieb, etwas ist, das diesen Superheldentod zu einem der wenigen Besonderen dieser Art macht.

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  3. mueli77 sagt:

    Muss ich leider widerlegen. Wenn du das so zählen willst, dann hält James „Bucky“ Buchanan Barnes den Rekord für den längsten Superheldentot. Bei ihm waren es immerhin stattliche 40 Jahre und 10 Monate (Avengers #4 vom März 1964 bis Captain America Vol. 5 #1 vom Januar 2005). Daher sind Jasons 10 Jahre nichts Besonderes.

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  4. mueli77 sagt:

    Und selbst bei DC hält Barry Allen mit 23 Jahren den Staffelstab länger in der Hand. Sein Tod fand 1985 in Crisis on Infinte Earths statt und seine Wiederauferstehung 2008 in Final Crisis.

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  5. Crayton sagt:

    Meinte auch nicht das er am längsten tot blieb (das weiss ich nämlich gar nicht), sondern nur das das im Vergleich zu den heutigen Heldentoten etwas Besonderes ist. Denn welcher Held blieb denn alleine in diesem Jahrtausend so lange im Reich der Toten? Daher ist es im Vergleich zu heute doch etwas Besonderes!

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  6. Tommyknockers80 sagt:

    Eine meiner liebsten Batman-Stories auch heute noch!

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  7. mueli77 sagt:

    Das gibt aber leider der Geschichte, der Handlung und Präsentation nichts Besonderes. Die bleibt zwar immernoch gutes Mittelmaß und lebt, wie bereits geschrieben, mehr von ihrem Mythos des Drumherums, als von der Story und den Zeichnungen.

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  8. CrazyChris sagt:

    auch die Story ist doch im Vergleich zu vielen Geschichten heute innovativ.
    Der Joker, der mal nicht nur Chaos verbreiten will, sondern einfach mal Kohle braucht und daher die Waffe an die Terroristen verkaufen muss, oder auch das er diesmal nicht wie zu erwarten, wenn er Robin schon mal als Geisel hat, diesen dazu nutzt um seinen Erzfeind in eine ausgeklügelte Falle zu locken, sondern ihn einfach mal so erledigt.
    Dann die verrückte Idee, nach dem Mord Joker zu einem Botschafte für den Iran zu machen und er dadurch nicht von Batman angefasst werden darf wegen diplomatischer Immunität. Das finde ich schon ganz cool. Manchmal auch verdreht und ein wenig drüber aber eben auch mal etwas Anderes.

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  9. mueli77 sagt:

    Auch hier gibt es aus anderen Verlagen genug Beispiele, dass die Story nicht so innovativ ist. Ein Beispiel wäre Doctor Doom bei Marvel, der sehr oft aufgrund seiner Diplomatischen Immunität nicht angegriffen werden durfte, auch schon lange vor dem Joker als Iranischen Botschafter. Selbst Schurken, die mal nur wegen des Geldes Verbrechen begehen und großflächige Aktionen starten finden sich bei den US-Superheldencomics zuhauf. Ganz abgesehen davon, dass ebenso viele Schurken Geiseln nicht nutzen um die Helden in eine Falle zu locken, sondern einfach töten (egal ob Held, Heldenanwärter oder normaler Mensch).

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  10. Jason sagt:

    Also das es diese Sachen auch woanders gibt ist jetzt aber auch kein Argument! Denn das kann man sicherlich auch bei fast jeder Story von heute sagen. Glaube er meint als innovativ eher das das eben hier der Joker ist der so handelt und nicht irgendein xy ganove. Und zur Immunität. Hast du da noch ein anderes Beispiel als dr Doom? Weil bei dem ist es ja klar der Charakter ist von vornherein darauf ausgelegt. Ich hab mir das Band auch geholt, da ich die Story noch nicht hatte.
    @crayton cooler Blog übrigens und vor allem sehe ich das du das schon seit 2009 machst!!! So langlebige Seiten sind heute selten. Weiter so, ab sofort hast du mit mir nen Leser mehr 😀

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  11. Jason sagt:

    Ach so noch was ich fand die Story sehr unterhaltsam

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  12. mueli77 sagt:

    Dr. Doom war nicht von Beginn an darauf ausgelegt. Dies entwickelte sich erst später. Vorher war er auch erst nur ein XY-Ganove und Gegner der Fantastischen Vier.
    Und meine Aussage ist dahingehend sehr wohl als Gegenargument zu gebrauchen, wenn andere diese Eigenschaften als etwas Besonderes dieses Bandes (übrigens DER oder DEN Band und niemals DAS Band, wenn es um ein Buch, egal ob Roman, Comic o.ä. geht) in die Waagschale werfen.
    btw. ist es durchaus schön, dass Crayton das hier schon so lange macht, aber noch schöner wäre es, wenn es mehr Reviews gäbe, so wie früher und weniger TV-Tipps. 😉

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  13. mueli77 sagt:

    Die Geschichte ist auch nicht schlecht, lebt aber eben mehr von seinem Mythos und der abstimmungsaktion drumherum. Das habe ich auch schon 2012 in meinem Review zu dem band so gesagt, wenngleich ich da noch ein wenig euphorischer war, als ich es heute bin. Die Ausgabe befindet sich auch immer noch in meiner Sammlung, weil sie eben ganz gut ist und durch ihren Mythos etwas Besonderes erlangt hat. Außerdem mag ich Jim Starlin und Aparos Zeichnungen. Ich weiß also durchaus wovon ich rede. 😉
    http://mueli77.wordpress.com/2012/02/12/dc-klassiker-batman-ein-tod-in-der-familie/

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  14. velverin1981 sagt:

    Ich muss sagen, ich lese zwar gerne alte Batman-Geschichten, aber ähnlich wie, das arg diskutierte „A Killing Joke“ hat mich diese irgendwie noch nie gereizt.

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  15. Crayton sagt:

    Auf jedenfall zeigt sich das die Story auch heute noch polarisiert.

    @Jason: Freut mich das dir der Blog gefällt und das du dich hier mit Kommentaren direkt eingebracht hast. Weiter so.

    @Muelli: Zu deiner Bitte nach mehr Reviews. Ich werde mich bemühen. Leider bleibt beruflich und aufgrund meiner Vorbereitung auf die neue Saison nicht so viel Zeit wie ich gerne hätte. Daher bin ich auch etwas in Rückstand mit dem Lesen und dann auch Schreiben der Reviews. Aber ich werde versuchen, das wieder mehr Reviews kommen.

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  16. Maltus sagt:

    gerade am wochenende nochmal gelesen. Finde die Story gut. Und vor allem, sie hat nachwievor Relevanz. Außer der Tod seiner Eltern hat Batman fast nichts so geprägt wie der Verlust von Jason hier.

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  17. Crayton sagt:

    @Maltus: Stimmt, das klingt auch heute noch immer mal wieder bei Batman durch, das ihn diese Sache geprägt hat.

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