Review #768: Spider-Man – Die Klonsaga #1 (von 7)

Cover_Spider-Man - Die Klonsaga #1 (von 7)

Cover von Steven Butler

Autoren
J. M. DeMatteis, Terry Kavanagh, Howard Mackie, Tom DeFalco,

Zeichner
Liam Sharp, Steven Butler, Mark Bagley, Tom Lyle, Sal Buscema,

Verlag
Panini Comics

Erscheinungsdatum
18.02.2014

Seitenanzahl
236

Preis
19,99 €

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Storytitel
Story 1: Doppelgänger, Teil 1 – Wiedergeboren (aus US Web of Spider-Man #117, Oktober 1994)
Story 2: Doppelgänger, Teil 2 – Kein Entkommen! (aus US The Amazing Spider-Man #394, Oktober 1994)
Story 3: Doppelgänger, Teil 3 – Wer bin ich? (aus US Spider-Man #51, Oktober 1994)
Story 4: Doppelgänger, Teil 4 – Das Begräbnis (aus The Spectacular Spider-Man #217, Oktober 1994)
Story 5: Kraft und Verantwortung, Teil 1 von 4 – Ein Schatten zieht auf (aus US Web of Spider-Man #117, Oktober 1994)
Story 6: Kraft und Verantwortung, Teil 2 von 4 – Zusammenbruch! (aus US The Amazing Spider-Man #394, Oktober 1994)
Story 7: Kraft und Verantwortung, Teil 3 von 4 – Ein Herzschlag entfernt! (aus US Spider-Man #51, Oktober 1994)
Story 8: Kraft und Verantwortung, Teil 4 von 4 – Obwerwasser! (aus US The Spectacular Spider-Man #217, Oktober 1994)
Story 9: Er kehrt zurück, Teil 1 von 4 – Erinnerungen (aus US Web of Spider-Man #118, November 1994)
Story 10: Er kehrt zurück, Teil 2 von 4 – Deadline (aus US Spider-Man #52, November 1994)
Story 11: Er kehrt zurück, Teil 3 von 4 – Echos der Stille (aus US Web of Spider-Man #119, Dezember 1994)
Story 12: Er kehrt zurück, Teil 4 von 4 – Ein Sturm zieht auf! (aus US Spider-Man #53, Dezember 1994)

Inhalt
Peter Parkers Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert, da sein vermeintlicher Klon als Ben Reilly nach New York zurückkehrt! Obwohl die beiden gemeinsam gegen Judas Traveller und Carnage kämpfen, steht viel zwischen Peter und seinem Klon, die sich nicht nur gemeinsame Erinnerungen teilen. Mit Scarlet Spider betritt zudem ein neuer Held die Bühne, der sich prompt mit dem tödlichen Venom anlegt. Und auch der mysteriöse Kaine hat seinen ersten Auftritt.

Meine Meinung
Seit Februar 2014 hat sich Panini Comics also dazu entschlossen die berühmt-berüchtigte Klonsaga von Spider-Man neu aufzulegen. Obwohl ich die Saga zum Teil schon habe (sowohl einige der letzten Spinne-Magazine von Condor, Klonsaga hier ab #252 als auch einige der ersten Ausgaben von der ersten Spider-Man Serie bei Panini, damals noch Marvel Deutschland, Klonsaga bis Ausgabe #25), entschloss ich mich letzten Monat dazu mir doch diese in 7 Megabändern neuaufgelegte Reihe zu holen. Denn wie gesagt ich habe die Klonsaga bisher nur zum Teil und will sie nun nochmal komplett haben. Keine andere Saga bei Spider-Man wird bis heute so kontrovers von den Fans diskutiert wie die Klonsaga. Keine Spidey-Saga, an die ich mich erinnern könnte, lief so lange (Oktober 1994-Dezember 1996) und brachte eine so radikale Veränderung der Hauptfigur mit sich (für mich noch radikaler als die zur Zeit bei uns noch laufende Doc Ock = Spider-Man Saga). Obwohl die Saga mit 2 Jahren und 2 Monaten nur einen Teil der 1990er Jahre ausmacht, verbindet man sie immer mit den 1990er Jahren insgesamt, wenn man über Spider-Man in diesem Zeitrahmen spricht.
Marvel hatte damals ab Mitte der 1990er Jahren, nach einem irren Boom in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts, Probleme mit sinkenden Absatzzahlen. Also kam vor allem Autor Terry Kavanagh auf die Idee, aufbauend auf der ersten zweiteiligen Klonsaga aus den 1970er Jahren, Ben Reilly, den Spidey-Klon, zurückzubringen und dadurch das Flagschiff von Marvel wieder auf Kurs und zu besseren Verkaufszahlen zu bringen.
Doch nun zum ersten Sammelband dieser Saga: Was mir direkt ganz gut gefällt ist, wie man hier die Stories eingeteilt hat. So zeigt man zuerst jene Stories (#1-#4) die damals in den jeweiligen Spider-Man Serien des Oktober 1994 eigentlich die Zweitstory waren, und erst danach (Story #5-#8) den jeweiligen Hauptarc aus diesen Heften. Das ist auch gut so, denn so erlebt der Leser zuerst, die frühesten Erinnerungen von Klon Ben Reilly von seiner „Geburt“ bis hin zur ersten Konfrontation mit seinem Schöpfer Miles Warren alias Schakal. Dieser Arc gibt der Figur schon mal eine gewisse Tiefe. Danach erleben wir seine erneute (nach seinem vermeintlichen Tod) Ankunft in New York, sowie sein Treffen mit Spider-Man. Das beide erstmal aufeinander losgehen ist im Hinblick auf ihre gemeinsame Vergangenheit (siehe die besagte erste Klonsaga in den 1970er Jahren) verständlich. Nachvollziehbar ist dann aber auch, das sich beide gezwungenermaßen zusammentun müssen um gegen ihren Gegner Judas Traveller überhaupt eine Chance zu haben. Ich muss zugeben, das ich mit diesem Mann nie viel anfangen konnte. Das ist auch heute noch so. Judas Traveller passt eigentlich nicht als Spider-Man Gegner, da er viel zu stark für die Spinne ist. Auch seine Psychospielchen haben mir damals nicht gefallen. Diese sind heutzutage aber dann doch nicht so schlecht, da sie wunderbar die Probleme mit denen sich Spidey und sein Klon rumschlagen aufzeigen. Ob man ihn mag oder nicht, an Judas Traveller kommt man bei der Klonsaga leider nicht vorbei. Er spielte damals gerade in der Anfangsphase dieses Events eine wichtige Rolle.
Danach gibt es noch einen vierteiligen Story-Arc (Story #9-#12) der diesmal nur zwischen den zwei Serien Web of Spider-Man und Spider-Man hin und her wechselte (die ersten 8 Stories zogen sich durch alle vier Monatsserien von Spidey). In diesem schicken Howard Mackie und Terry Kavanagh diesmal nur Ben Reilly in den Kampf. Als Gegner gibt es direkt den damals schwer angesagten Venom sowie Scream, eine Frau mit Alien-Symbiont. Reilly nimmt hierbei erstmals die Rolle als Scarlet Spider an. Der Arc ist recht unterhaltsam und liefert mit Scarlet Spider einen neuen Helden. Reilly habe ich in dieser Rolle damals direkt ins Herz geschlossen, wobei mir eben dieser Arc zum Beispiel in meiner Sammlung bisher fehlte. Beide Autoren legen hier auch noch die Grundlagen für weitere Handlungsstränge die Spannung versprechen. So haben sowohl der Grim Hunter als auch Kaine einen kurzen Auftritt. Letzterer gibt hier sogar sein Debüt und wird noch wichtig für die ganze Saga. Interessanter Weise ist er ja auch heute wieder im Marvel-Universum aktiv.
Als Zeichner findet man in diesem Band eigentlich alles was zu diesem Zeitpunkt Rang und Namen bei Spidey hatte. Butler, Lyle, Sharp und Bagley waren die Nachfolger von McFarlane und Larsen und versuchten deren neuartigen explosiven Zeichenstil damals fortzuführen. Das gelang ihnen auch mal mehr mal weniger gut. Am besten gefallen mir hier Butler und natürlich Mark Bagley. Vor allem Bagley prägte Spider-Man mit seinem Stil ebenso wie es vorher schon McFarlane und Larsen getan hatten. Dazu haben wir noch mit Sal Buscema einen Spider-Man Veteran, der ebenfalls tolle Bilder liefert. Die Zeichnungen sind am Puls der damaligen Zeit. Der größte Teil der Bilder funktioniert für mich auch heute noch. So sind so Figuren wie Carnage, Venom und Scarlet Spider auch heute noch cool. Spidey selbst wirkt hier auch sehr dynamisch. Die Kämpfe sind sehr gut geworden und gehören zu den Highlights dieses Bandes. Ein paar Abstriche muss man aus heutiger Sicht sicherlich bei den Anhängern von Judas Traveller machen. Deren Kostüme sind zum Teil doch viel zu überladen mit Gimmicks, was allerdings damals auch nichts Ungewöhnliches war. Und na klar einige Frisuren der Leute würde man heute auch nicht mehr so zeichnen, sie stören mich aber jetzt auch nicht weiter. Scream, die zu den fünf von der Life Foundation aus Venom gemachten Symbionten gehört, kannte ich vorher noch gar nicht. Sie sieht zwar ganz gut aus, ist für mich aber ein überflüssiger Charakter. Denn wenn man ehrlich ist, braucht das Marvel Universum nicht mehr als zwei Alien-Symbionten und die sind mit Venom und Carnage schon ganz gut besetzt. Am Ende gibt es dann auch noch ein paar schöne Hintergrund-Infos über die 9 Künstler dieses Bandes.
Man kann über die Klonsaga sagen was man will, und ich kenne ihre Schwächen ja zum Teil, aber ich finde jeder echte Spider-Man Fan sollte sie in seiner Sammlung und mal gelesen haben. Der Beginn hier ist auf jedenfall ganz gut. Es wird auch noch einiges Gutes und auch einiges wirklich Schlechtes im Verlaufe der Saga kommen. Ich werde euch weiter berichten.

Ein weiteres Review zu diesem Heft gibt es auch bei Tofu Nerdpunk.

Bewertung
bewertungsstern_032

 

4 Responses to Review #768: Spider-Man – Die Klonsaga #1 (von 7)

  1. Joel Bello sagt:

    Perfekt auf den Punkt gebracht 😉 ich als alter spidey fan weiß noch wie ich mich geärgert habe die saga nicht vollständig zu haben und freue mich schon, sie jetzt in Bandform zu bekommen 🙂 weißt du zufällig ob der zweite Band schon draußen ist?

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  2. Crayton sagt:

    Ja ist bereits am 08.04.2014 erschienen

    https://www.paninicomics.de/spider-man-die-klonsaga-2-von-7-softcover-i10315.html

    und ich habe es mir im Mai nachgekauft aber noch nicht gelesen. Review kommt dann aber sobald ichs gelesen habe. Hoffe dann auf weitere Kommentare von dir. Schön das dir mein Review gefallen hat.

    Band 3 erscheint schon in 5 Tagen am 17.06.

    https://www.paninicomics.de/spider-man-die-klonsaga-3-von-7-softcover-i10561.html

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  3. Joel Bello sagt:

    Oha brutal verpasst 😀 Danke für den Link – hab seid Monaten soviel um die Ohren o.O Danke auch für die Info für Band 3. Weitere Kommentare werden folgen 😉

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  4. Crayton sagt:

    Gern geschehen. Das mit dem viel um die Ohren haben kenne ich 😉 Bin schon gespannt was du dann zu den anderen Bänden sagst wenn ich ein Review dazu geschrieben habe.

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