Review #717: Jim Henson’s Tale of Sand

Cover von Ramón K. Pérez

Autoren
Jim Henson & Jerry Juhl

Zeichner
Ramón K. Pérez

Verlag
dani books

Erscheinungsdatum
Februar 2014

Seitenanzahl
160

Preis
24,00 €

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Grüße und so!

Jim Henson ist wahrscheinlich den älteren Semestern unter euch noch ein Begriff. Als Erfinder der Sesamstraße und der Muppet Show erlangte Henson internationale Berühmtheit und wurde zum erfolgreichsten Puppenspieler der Welt. Schon früh befasste sich der geistige Vater von Kermit & Co. mit dem experimentellen Film und verfasste gemeinsam mit seinem Partner Jerry Juhl ein Skript, das jahrzehntelang in den Archiven der Jim Henson Company schlummerte, bis es Ende 2011 in Form eines Comicalbums erschien. Das von Archaia Press veröffentlichte Werk löste Begeisterungsstürme bei Fans sowie Kritikern aus und wurde 2012 mit drei Eisner und drei Harvey Awards ausgezeichnet.
Tale of Sand zu beschreiben fällt nicht leicht, da es eine ziemlich abstrakte Story ist. Fest steht, dass es (für mich) ein „Wow-Effekt“-Kandidat ist. „Wow-Effekt“? Hin und wieder tritt nach oder schon während der Lektüre mancher Comics/Comicalben besagter Effekt ein. Sei es aufgrund des Artworks, das punktgenau den Geschmack des Lesers trifft, sei es aufgrund der mitreissenden Story und/oder aufgrund des gewissen Etwas, das nur schwer in Worte zu fassen ist.

Die grobe Handlung von Jim Henson’s Tale of Sand lässt sich in etwa so zusammenfassen: ein namenloser Protagonist findet sich ahnungslos in einem Stadtfest irgendwo in der Wüste wieder und wird in einen tödlichen Wettlauf mit einem unbekannten Verfolger verwickelt. Auf seiner Flucht, die mehr und mehr surrealistische Züge annimmt, trifft er auf allerhand abstruse Gestalten die ihm ans Leder wollen. Klasse wie Henson dabei immer wieder mit stilistischen Mitteln spielt und z.B. den Versuch des zur Ruhe kommens anhand des Zigaretten-Panels wie einen roten Faden durch den Comicband zieht, der schließlich gegen Ende… nee, wird nicht verraten! Aber das Ende hat es wirklich in sich. Sehr abgefahren.
Tale of Sand wurde von Ramón Pérez gezeichnet, der für seine Arbeit den Eisner Award verliehen bekam und zuletzt als Coverzeichner u.a. für Wolverine and the X-Men tätig war. Sein Artwork harmoniert perfekt mit der fantasievollen Story und ist weder zu überzeichnet, cartoony noch zu realistisch, als das es den surrealistischen Flair zerstören würde. Seinen detaillierten Strich verstärkt Pérez mit einer stimmungsvollen Kolorierung und der perfekten Komposition der ineinandergreifenden Panels.

Fazit
Jim Henson’s Tale of Sand gehört ohne Zweifel zu den wenigen Comicalben, bei denen sich die fantasievolle Story und das umwerfende Artwork perfekt ergänzen und ein wundervolles Lesevergnügen bieten. Neben Asterios Polyp, Sun Village und Saga einer meiner absoluten Favoriten. Dass bisher noch keiner von den hiesigen großen Verlagen Interesse an einer Vermarktung von Tale of Sand gezeigt hat, find ich etwas verwunderlich. Glücklicherweise hat der noch relativ junge aber bereits etablierte Comicverlag dani books die Chance ergriffen und wird ab diesen Monat Jim Henson’s Tale of Sand exklusiv auf deutsch veröffentlichen. Wer sich einen weiteren Eindruck von diesem Comicband verschaffen möchte, kann dies anhand einer Leseprobe auf der offiziellen dani books-Webseite tun.

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