Review #565: Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #10: Spider-Man – Kravens letzte Jagd, April 2013, Hachette Verlag

Hallo Leute,

nun komme ich auch endlich mal bei meinen Reviews zu den Heften vom April. Den Anfang macht, der von mir letzte Woche erworbene zehnte Band der offiziellen Marvel-Comic-Sammlung vom Hachette-Verlag. Nach den beiden Einführungsbänden hatte ich mich dazu entschlossen, nicht alle Bände dieser Reihe zu sammeln, sondern nur noch vereinzelt zuzugreifen. Bei diesem Band musste ich natürlich zugreifen, da hier der berühmte Spidey-Arc „Kravens letzte Jagd“ enthalten ist. Diesen hatte ich mal komplett, aber einige Hefte sind mir im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Da dieser Arc bei keinem Spider-Man-Fan in der Sammlung fehlen sollte, habe ich dann letzte Woche zugeschlagen und ihn mir erneut geholt.

Storytitel
Story 1: Kravens letzte Jagd – Teil 1 (aus US Web of Spider-Man #31, Oktober 1987)
Story 2: Kravens letzte Jagd – Teil 2 (aus US The Amazing Spider-Man #293, Oktober 1987)
Story 3: Kravens letzte Jagd – Teil 3 (aus US The Spectacular Spider-Man #131, Oktober 1987)
Story 4: Kravens letzte Jagd – Teil 4 (aus US Web of Spider-Man #32, November 1987)
Story 5: Kravens letzte Jagd – Teil 5 (aus The Amazing Spider-Man #294, November 1987)
Story 6: Kravens letzte Jagd – Teil 6 (aus The Spectacular Spider-Man 132, November 1987)

Inhalt
Kraven der Jäger hat in seinem langen Leben jede erdenkliche Beute erlegt. Nur bei Spider-Man ist es ihm nie gelungen, ihn zu besiegen. Nun wo Kraven merkt, dass sich sein Leben langsam dem Ende nähert, will er die Spinne, als seine letzte und größte Beute endlich erlegen. Dazu hat sich Kraven diesmal gut vorbereitet. Und tatsächlich gelingt es ihm scheinbar, Spider-Man zu töten. Nachdem er seinen ärgsten Feind begraben hat, schlüpft Kraven selbst ins schwarze Spinne-Kostüm. Als Spider-Man geht er nun brutal gegen Vermin und andere Verbrecher vor. Doch dann kommt der echte Spider-Man zurück. Nun kommt es zwischen der Spinne und Kraven zum alles entscheidenen Kampf.

Meine Meinung
Mit diesem Arc wird bei Marvel ein dunkleres Comic-Zeitalter eingeläutet. Autor J. M. DeMatteis schreibt eine wirklich düstere Geschichte, die mehr auf erwachsenere Leser zugeschnitten ist. Der Arc ist nach wie vor sehr stark, geht er doch sehr schön auf die Psyche der Hauptfiguren ein. DeMatteis setzt dabei nicht so sehr auf Dialoge, sondern mehr auf Textboxen, die die düsteren inneren Monologe der einzelnen Figuren zeigen und, untypisch für die damalige Zeit, die Denkblasen ersetzen. Ich bin ja eigentlich ein Freund der alten Denkblasen, die es in diesen Jahren eigentlich noch in jedem Comic gab. Aber dass man bei dieser Geschichte darauf verzichtete und die vorhin erwähnten Textboxen nimmt, finde ich absolut passend für die Story. Dieser Arc ist zu Recht ein Klassiker und macht Kraven erst zu der Legende, die er heute ist. Dass Spider-Man hier noch im schwarzen Kostüm (nein, nicht dem Alien-Symbionten, der später mit Eddie Brock zu Venom verschmilzt) agiert, passt natürlich auch zu der düsteren Grundstimmung dieses Arcs. Obwohl Kraven mittlerweile von den Toten auferstanden ist, verliert dieser Arc, in dem er am Ende stirbt, nichts von seiner Glaubwürdigkeit und seiner Kraft.

Michael Zeck, der hier die Bilder liefert, macht ebenfalls einen wirklich tollen Job. Klar, ein wenig merkt man, dass die Zeichnungen vor 25 Jahren angefertigt wurden. Aber sie sind dennoch nicht nur für die damaligen Verhältnisse wirklich stark. Auch vor den heutigen Zeichnungen brauchen sich die Bilder nicht zu verstecken und sind schön anzusehen. Zeck liefert nicht nur tolle Cover (jedes der sechs Cover ist ein Knaller) sondern bringt auch sonst die Story großartig mit seinen Bildern rüber. Auch Tuscher McCleod holt das Beste aus den Zeichnungen von Zeck herraus. Selbst die Farben wirken nicht angestaubt, sondern passen wie die Faust aufs Auge.

Im redaktionellen Teil wird geschrieben, dass die Story aus dem Jahre 1989 stammen würde, was allerdings nicht stimmt. Das Ganze fand nämlich bereits im Oktober und November 1987 statt und zog sich durch die drei Ongoings „Web of Spider-Man“, „The Amazing Spider-Man“ und „The Spectacular Spider-Man“. Dadurch ging der sechsteilige Arc auch nur über zwei Monate, was ich absolut toll finde, denn manche Geschichten ziehen sich heutzutage einfach durch zu viele Monate. Trotz diesen Fehlers mit der Verwechslung der Jahre ist der redaktionelle Teil ansonsten gut gemacht und sehr informativ. Es gibt ausführliche Informationen über die Künstler. Ausserdem ist jedes der sechs tollen Cover enthalten. Es gibt auch eine Kraven-Galerie von verschiedenen Künstlern zu verschiedenen Zeiten, was schön den optischen Wandel der Figur über die Jahre zeigt.
Der einzige kleine Negativpunkt ist, dass meine Ausgabe diesmal ein wenig wellig innen ist. Davon hatten schon viele Fans auch bei den ersten Ausgaben geschrieben. Doch ich hatte bisher mit meinen Ausgaben von Hachette Glück und bin davon verschont geblieben.

Insgesamt ist diese Ausgabe sehr gut und zeigt einen auch heute noch tollen Arc. Zudem gibt es viele Hintergrundinfos, daher bekommt diese Ausgabe von mir auch vier Sterne.

Ein weiteres Review zu dieser Ausgabe findet ihr auch bei El Tofu.

Ähnliche Reviews
Review #540: Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #21: Spider-Man – Heimkehr
Review #541: Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #38: Astonishing X-Men – Begabt

Künstler
Jean Marc DeMatteis (Autor), Michael Zeck (Zeichner, Farben und Cover von US Web of Spider-Man #32), Robert McLeod (Tuscher), Janet Jackson & Bob Sharen (Farben)

Bewertung

11 Responses to Review #565: Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #10: Spider-Man – Kravens letzte Jagd, April 2013, Hachette Verlag

  1. mueli77 sagt:

    Du hattest die Story bestimmt in der Condor-Veröffentlichung. Aber auch die beiden Panini-Auflagen sind nicht schlecht gewesen. Denn bereits ie zweite Ausgabe der Marvel Exklusiv-Reihe fasste die Geschichte erneut zusammen. Immerhin ist dieser Arc nicht umsonst ein Meisterwerk. Aber dieser HC hat eine kleine Schwäche. Im Marvel Exklusiv 2: Kravens letzte Jagd ist nämlich noch Amazing Spider-Man: The Soul of the Hunter enthalten. Ein One-Shot von J.M. DeMatteis, Mike Zeck und Bob McLeod in dem Spider-Man sich noch einmal dem Geist und der Vergangenheit mit Kraven dem Jäger stellen muss. Wirklich sehr gut und schade, dass es immer wieder weggelassen wird, da es die Geschichte sehr schön ergänzt.

    Liken

  2. Crayton sagt:

    @Mueli77: Ja stimmt von Condor. Aber einige Ausgaben habe ich nicht mehr und daher die Chance genutzt, sie mir hier nochmal komplett zu holen. Hast du den Marvel Exklusiv 2? Also von The Soul of the Hunter habe ich natürlich auch schon gehört, es aber bisher nie gelesen. Du hast Recht das hätte Hachette hier einfach mit reinpacken sollen.

    Liken

  3. mueli77 sagt:

    Ja. Marvel Exklusiv 2 habe ich. Habe ich mir damals schon neu geholt gehabt. Damals hatte ich die Condor Version nur unvollständig. Daher kam mir das wie gerufen. Inzwischen habe ich die Condor-Fassung und die aus Marvel Exklusiv.

    Liken

  4. Crayton sagt:

    @mueli77: Unterscheidet sich die Condor Fassung in der Übersetzung eigentlich von der Marvel Ecklusiv? Hast du dir die alten Condor Ausgaben eigentlich im Internet (ebay und Co.) besorgt oder bei deinem Comichändler?

    Liken

  5. mueli77 sagt:

    An verschiedene Quellen. Flohmarkt, Sammlungsauflösung, Ebay. Hat auch ein weilchen Gedauert. Und ja. Die Fassungen unterscheiden sich. Panini hat ja auch komplett neu übersetzt. Evtl. mache ich mal eine Vergleichsreview für Blog und Hive. Wäre ja dieses Klassikers würdig.

    Liken

  6. Crayton sagt:

    Ja so ein Vergleichsreview würde mich auch interessieren. Werde auch mal meine verbliebenen Condor Ausgaben zu diesem Arc mit dem Hachette Comic vergleichen.

    Liken

  7. mayafreak sagt:

    Sag mal hattest du das bei deiner Version auch das dass Papier gewechselt wurde? Ist mir vorhin bei Lesen an meiner Version aufgefallen.

    Liken

  8. Crayton sagt:

    @mayafreak: Habe das gerade nochmal mit dem Band Spider-Man: Heimkehr verglichen. Fühlt sich tatsächlich etwas anders an. Aber beim Lesen ist mir das nicht aufgefallen. Nur das einige Seiten bei Spider-Man: Kravens letzte Jagd ein wenig wellig waren, was viele ja schon bei den ersten Bänden der Reihe angemerkt hatten. Bei mir ist das aber diesmal zum ersten Mal aufgetreten.

    Liken

  9. mayafreak sagt:

    Ok gut zu wissen. Ich habe aber scheinbar eh eine ganz merkwürdige Version erwischt. Ich habe die Version gestern nochmal mit meiner Marvel Exklusiv Version verglichen. Und auch die Farben sind an vielen stellen sehr Hell geraten. Besonders beim Cover von Heft Nr. 3 merkt man das besonders. Liegt vielleicht auch am Papier Wechsel. Erst wird glänzendes Papier benutzt dann für ein paar Seiten lang Mattes und dann wieder Glänzend. Sehr merkwürdig das ganze.

    Liken

  10. Crayton sagt:

    @mayafreak: Ach innerhalb des Bandes hast du auch Unterschiede?! Da muß ich bei mir nochmal genauer schauen.

    Liken

  11. Dennis sagt:

    So ich hab mir den Band auch mal bestellt. Werde dann mal berichten wie er mir gefällt wenn ich ihn gelesen habe.

    Liken

Und was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: