MAM #21: ABARA #1-2, 2010/11, Egmont Manga

Grüße und so!

Nachdem ich euch zuletzt mit GON #2 einen recht fröhlichen, sauber und detailliert gezeichneten Manga, der eher für jüngere Leser gedacht ist, vorgestellt habe, folgt nun dazu das krasse Gegenteil. Der Autor von ABARA ist übrigens Tsutomu Nihei (Blame!, Biomega) und somit wissen Kenner auch schon in etwa, was sie zu erwarten haben. Im zweiteiligen Manga ABARA kreiert Nihei nämlich wie gewohnt ein sehr düsteres Zukunftsszenario, in dem die gesamte Menschheit durch übernatürliche, alptraumhafte Wesen bedroht wird. 

Inhalt
Auf den ersten Blick ist Kudo ein normaler junger Mann, der ein unauffälliges Leben als Arbeiter in einer Industrieanlage führt. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine tödliche Waffe. Eines Tages bekommt Kudo Besuch von einer Agentin der geheimnisvollen Kegen-Abteilung, für die er früher gearbeitet hat. Kudo erfährt, dass in der Stadt ein weißer Gauna wütet. Ein alptraumhaftes Wesen, welches wahllos Menschen tötet und von den Sicherheitskräften nicht aufgehalten werden kann. Seine ruhigen Tage sind somit fürs erste gezählt und Kudo kehrt in sein altes Leben als Kegen-Agent zurück, um mit seinen übernatürlichen Kräften als schwarzer Gauna seinem weißen Wiedersacher Einhalt zu gebieten. Doch es bleibt nicht bei einem weißen Gauna und bald spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Story
Zugegeben ich hatte so meine Probleme mit ABARA und manche Zusammenhänge erschlossen sich mir erst, nachdem ich die beiden Bände nochmal in einem Rutsch gelesen hatte. Nihei ist hier bei ABARA im Vergleich zu seinem vorherigen Werk Biomega zwar nicht mehr so geizig mit dem Gebrauch von Texten, aber ein bißchen mehr Worte hätten bestimmt nicht geschadet. Das düstere Zukunftsszenario, welches er hier zeichnet, ist wiedermal ziemlich surreal und bedarf meiner Meinung nach an einigen Stellen der Erklärung (Gaunas, Mausoleen, Kegen-Abteilung usw.). Den Stoff, den er hier in zwei Bänden erzählt, hätte gut und gerne noch weitere zwei Bände füllen können und dann hätte Nihei auch den nötigen Raum, um die entsprechenden Hintergrundinfos und Details mitzuverarbeiten. Die Story selber (fremdartige Kreaturen, die die Menschheit bedrohen) ist zwar nicht besonders neu oder innovativ, aber dennoch nicht langweilig. Wie gesagt etwas mehr Informationen/Storytelling hätte hier bestimmt nicht geschadet. ABARA ist übrigens ein Seinen-Manga und definitiv keine leichte Lesekost, wie es beispielsweise bei vielen Shonen-Mangas der Fall ist. So muss man sich z.B. vieles selbst zusammenreimen und der Flashback im zweiten Band wird wahrscheinlich von einigen Lesern beim ersten Durchblättern gar nicht richtig als solcher wahrgenommen.

Artwork
Das dunkle Artwork in ABARA ist identisch mit dem in Biomega und passt sehr gut zur düsteren Grundstimmung, die dieser Manga trägt. Viele großformatige Panels, in denen weniger Details sondern viel mehr Gesamtübersichten gezeigt werden. Viele skizzenhafte Bilder, die ein bedrohliches Szenario zeigen, in dem die weißen/schwarzen Gaunas gegeneinander kämpfen, deren Äußeres unverkennbar Einflüsse von H.R. Gigers Arbeiten aufweisen. Vor allem Kudo als schwarzer Gauna (siehe Bilder) sieht Gigers Alien sehr ähnlich. Leider sind die Kämpfe teilweise so wüst gezeichnet, dass es z.T. schwer fällt, die Figuren zu unterscheiden bzw. überhaupt zu erkennen, was gerade passiert. Auffällig bei ABARA ist außerdem die Ähnlichkeit der Charaktere mit bestehenden Figuren aus anderen Romanen von Nihei. Dass er es aber auch anders kann, zeigt er mit seinem neusten Werk Knights of Sidonia.

Fazit
ABARA ist nichts für schwache Nerven. Alptraumhafte Kreaturen, Splatter und ein sehr düsteres Zukunftsszenario dürften nicht jedermanns Fall sein. Wer sich aber damit anfreunden kann bzw. ein Fan von Sci-Fi/Horror-Mangas ist, wird vielleicht Gefallen an ABARA finden.

Bewertung

weitere Infos

  • Preis: € 7,50 pro Band
  • Seitenzahl: 208/224
  • Erscheinungsdatum: 11.2010/01.2011
  • Genre: Action, Sci-Fi, Horror
  • die Serie ist in zwei Bänden abgeschlossen

Tsutomu Nihei

Tsutomu Nihei (geb. 1971) hat ursprünglich Architektur studiert, bevor er Mangaka wurde. Seinen Durchbruch schaffte er mit Blame!. Zu seinen Arbeiten gehören ausserdem Wolverine Snikt! und eine grafische Novelle zu Halo, welche beide bei Marvel erschienen. Seine (jap.) Webseite findet ihr hier. Unter blamesphere.de erreicht ihr eine informative Fanpage zu Tsutomu Nihei, Blame! & Co.

„Abara“ ist japanisch und bedeutet übersetzt „Rippen“.

Der zweite Band von ABARA enthält die gelungene Kurzgeschichte Digimortal, in der ein Auftragskiller angeworben wird, um den Inquisitor der „Kirche der Gleichschaltung“ zu erledigen.

Auf manganet.de, der offiziellen Website von Egmont Manga, gibt es eine kostenlose Leseprobe zum ersten Band von ABARA.

Lest euch auch El Tofus Review zu ABARA durch, welches er schon vor einiger Zeit auf seinem Blog Tofu Nerdpunk verfasst hat.

4 Responses to MAM #21: ABARA #1-2, 2010/11, Egmont Manga

  1. El Tofu sagt:

    Danke das du mich nochmal an den 2ten Band errinnert hast 🙂

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  2. der Nachbar sagt:

    Null Problemo. Falls Interesse besteht, kannst du ihn mir auch gerne abkaufen. Mir sagt der Manga nicht so zu.

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  3. der Nachbar sagt:

    …oder wie wärs mit nem Tausch? Hab in Erinnerung, dass du Knights of Sidonia im Regal stehen hast.

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  4. El Tofu sagt:

    Nee ich hab Abara #2 ja mitlerweile auch. Knights of Sidonia ist aber auch lesenswert und ist auch nicht ganz so verworren wie Abara.

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