MAM #19: City Hunter #1, Juli 2001, Egmont Manga

Grüße und so!

Ach ja, der City Hunter. Das ist für mich Nostalgie pur, denn neben so alten Schinken wie Exaxxion, Inu Yasha und Kenshin (davon wird es auch noch eine MAM-Folge geben) war der City Hunter einer der ersten Mangas, die ich gelesen habe. Allerdings war der Lesespaß bereits nach zehn Bänden vorbei, da Egmont Manga & Anime damals Lizenzprobleme hatte und die restlichen 25 Bände nicht veröffentlichen konnte.
Beim City Hunter waren Action und Humor stets fester Bestandteil der Story. Vor allem kann ich mich noch gut an seine Schwäche für Frauen (dagegen ist Muten-Roshi aus Dragon Ball ein Musterknabe) und die Panels mit seinem kleinen Freund („Kuckuk!“) erinnern, die einen immer wieder mal zum schmunzeln brachten. Aber auch die Actionszenen blieben in Erinnerung (allen vorran Ryos eigener Handdurchschuss), wobei die entsprechenden Zeichnungen teilweise schon sehr extrem waren. Soweit die Erinnerung. Doch wie schneidet der City Hunter heute nach fast zehn Jahren bei mir ab, nachdem ich ihn nun wiedermal gelesen habe?


Inhalt
Ryo Saeba ist der City Hunter. Er verdient seinen Lebensunterhalt wahlweise als Privatdetektiv, Bodyguard oder Auftragskiller. Dabei steht ihm sein Partner Makimura hilfreich zur Seite, der für ihn die Aufträge an Land zieht und Kontakte mit den Klienten herstellt. Im ersten Band, der in fünf Kapitel unterteilt ist, muss Ryo u.a. für eine Frau ihren ermordeten Ehemann rächen, einen Entführungsfall lösen und den Kampf mit einem mächtigen Kartell aufnehmen, welches mit einer gefährlichen neuen Droge den Markt aufrollen will. Dieses Drogenkartell, die Union Teope, ist es auch, das gegen Ende des ersten Bandes für den Tod seines Partners Makimura verantwortlich ist. Von nun an hat der City Hunter einen Erzfeind, den er mit allen Mitteln zur Strecke bringen will. Unterstützung bekommt er dabei von Kaori, der Schwester des ermordeten Makimura. Doch bis sie dem Oberhaupt von Union Teope gegenüberstehen, ist es noch ein langer Weg.

Story
Schon zu Beginn der City Hunter-Reihe legt Autor und Zeichner Hojo Tsukasa ein schnelles Erzähltempo vor und katapultiert den Leser direkt in den ersten Mordfall, was ich ein bißchen schade finde, da die Vorstellung der Hauptfiguren dabei etwas auf der Strecke bleibt. Die Charaktere, allen vorran Ryo Saeba alias der City Hunter, werden bestenfalls nur in einzelnen Panels näher dargestellt, wobei sich die Titelfigur als eine Mischung aus Dirty Harry und Muten Roshi entpuppt. Im weiteren Verlauf der Serie erfährt man dann aber doch noch immer mehr über die Hintergründe der verschiedenen Figuren. Bereits im letzten Drittel des ersten Bandes tritt mit der Union Teope ein zukünftiger Erzfeind des City Hunters ins Rampenlicht, welcher auch im nachfolgenden Band für weitere Action sorgt. Eine allzu tiefgründige Story mit komplex ausgearbeiteten Charakteren darf man bei diesem Manga aber nicht erwarten.

Artwork
City Hunter erschien im Original erstmals 1985, was man auch gut am Artwork erkennen kann, das anderen Mangas aus dieser Zeit wie z.B. Fist of the North Star oder Crying Freeman teilweise frappierend ähnelt. Tsukasa hat damals eine sehr saubere und detaillierte Arbeit geleistet und dabei bewiesen, dass er auch ein exzellentes Gespür für die Verwendung der richtigen Perspektive hat, um den Panels somit noch mehr Dynamik und Spannung zu verleihen (an dieser Stelle sei nur mal die geniale „Handdurchschuss-Szene“ erwähnt). So mancher Manga-/Comiczeichner aus der heutigen Zeit könnte sich davon mal eine Scheibe abschneiden. Obwohl das Artwork schon über 25 Jahre auf dem Buckel hat, gefällt es mir immer noch sehr gut. Nur eine Sache finde ich nicht so toll gelungen. Und zwar die teilweise recht ähnliche Darstellung von Figuren. Besonders bei den Frauen kann man hin und wieder den Eindruck bekommen, dass es sich bei ihnen um Zwillinge handelt, die sich nur durch die Länge ihrer Frisuren unterscheiden.

Fazit
Was die Serie damals so interessant für mich machte, war die ausgewogene Mischung aus Action, Humor und einem Schuss Erotik. Und auch heute noch gefällt mir diese Kombination. Das Storytelling und die Ausarbeitung der Figuren ist bei dieser Mangaserie zwar nicht besonders anspruchsvoll und ähnelt mehr dem Popcorn-Kino à la Hollywood, aber dafür reisst das schön anzusehende Artwork wieder einiges raus. Der vorliegende erste Band gehört allerdings leider zu den schwächeren Teilen der sonst sehr unterhaltsamen City Hunter-Reihe und bekommt daher nur zwei Sterne von mir.

Künstler
Hojo Tsukasa (Autor und Zeichner)

Bewertung

weitere Infos

  • Preis: € 4,99
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungsdatum: 07.2001
  • die dt. Reihe umfasst zehn Bände

Hojo Tsukasa, Japan Expo 2010

Hojo Tsukasa (geb. 05.03.1959) veröffentlichte 1980 seine erste professionelle Kurzgeschichte im renommierten Mangamagazin Shonen Jump. Zu seinen bekanntesten Mangas zählen Cat’s Eyes, City Hunter und Angel Heart (eine Fortsetzung der City Hunter-Reihe).

Tsukasa erschuf City Hunter von 1985 bis 1991. Der Manga umfasst 35 Bände mit insgesamt über 6500 Seiten und wurde in unterschiedliche Sprachen u.a. deutsch, englisch, französisch, spanisch und chinesisch übersetzt. Neben zahlreichen Animes gibt es auch ein paar Realverfilmungen, wobei Jackie Chan in einer die Hauptrolle spielt.

Quelle: Wikipedia

2 Responses to MAM #19: City Hunter #1, Juli 2001, Egmont Manga

  1. Lorenz sagt:

    Ich hab die Serie damals auf MTV gesehen (wie sie noch Animes gebracht haben, man ist das lange her) und sie hat mir gut gefallen. Ich wollte mir dann die Mangas kaufen, doch dort fand ich die Geschichte nicht mehr so toll. Das gleiche ist mir dann bei Visions of Escaflowne passiert.

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  2. der Nachbar sagt:

    Ich hab die Serie damals auf MTV gesehen…
    Ja, das war noch was. Zusammen mit Golden Boy, Hellsing, Visions of Escaflowne und Cowboy Bebop. Allesamt klasse Animes.
    Das mit den Manga-Adaption kann ich teilweise bestätigen. Cowboy Bebop war z.B. bei mir so ein Kandidat. Hab mir damals die ersten drei Mangas geholt und war von ihnen total enttäuscht. Der Visions of Escaflowne Manga kam auch nicht an den Anime ran und beim City Hunter ist es anfangs etwas holprig, aber der Manga wird, wie ich schon erwähnte, im weiteren Verlauf viel besser.

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