Review #152: Secret Avengers #1 – #4 (2010), Marvel Comics

Grüße und so!

Mit diesem Review möchte ich euch ein neues Avengers-Team vorstellen, welches zu Beginn des Heroic Age sein Debüt feierte. Die Rede ist von Steve Rogers (Ex-Captain America) geheimer Eingreiftruppe, den Secret Avengers.
Da es im Vorfeld des Heroic Age schon rege Diskussionen zum Thema Avengers im allgemeinen gab und speziell bezüglich der Anzahl der verschiedenen Gruppen, hatte ich selber auch so meine Zweifel, ob es eine gute Idee wäre, mehrere unterschiedliche Teams auf die Leser los zu lassen. Nachdem nun etwas Zeit vergangen ist und ich einige Hefte der diversen Teams gelesen habe, muss ich jedoch gestehen, dass neben den regulären auch die New aber vor allem die Secret Avengers durchaus ihre Daseinsberechtigung im Marvel-Universum haben. Gerade bei Letzteren kann man noch einiges an guter Unterhaltung erwarten, wenn man den ersten Arc, den ich hier vorstellen werde, gelesen hat. Und da Brubaker (Autor) und Deodato (Zeichner) hier ihre Hände im Spiel haben, hebt das Ganze den Erwartungspegel berechtigterweise nochmal um einiges an.

Inhalt
Die ersten vier Comics von Steve Rogers Superhelden-Spezialeinheit enthalten den Story-Arc „Secret Histories“, bei dem es Rogers und sein Team auf den Mars verschlägt, um dort ein mächtiges Artefakt zu bergen, das in die falschen Hände gerät.
Das erste Heft der Reihe führt den Leser gut ins Setting ein, stellt Rogers neue Truppe (Ant-Man, Beast, Black Widow, Moon Knight, Nova, Sharon Carter, War Machine und Valkyrie) sowie das besagte Artefakt, die Schlangenkrone (Dreh- und Angelpunkt der Story), vor. Und endet schließlich extrem spannend mit dem Auftritt eines ganz großen Marvel-Helden, der sich einer zwielichtigen Geheimorganisation, dem Shadow Council, verschrieben hat, als Cliffhanger.
Nachdem Nova gegen Ende des ersten Heftes auf dem Mars von der Schlangenkrone manipuliert wurde und diese mittlerweile selber trägt, hat er den Kontakt zu den Secret Avengers abgebrochen und ist zu einer Art Botschafter einer uralten bösen Macht geworden. Mit Hilfe der Krone hat er nun die Kontrolle über einige Mitglieder des Shadow Councils erlangt, die ebenfalls auf dem Mars sind und dort geheime Interessen verfolgen. Supersoldat Steve Rogers und seine übrigen Teamgefährten haben sich in der Zwischenzeit auf den Weg gemacht, um Nova zu retten und das Geheimnis der Schlangenkrone zu lüften. Nachdem sie den Mars erreicht und sich gegen ein „Begrüßungskomitee“ des Shadow Councils erfolgreich verteidigt haben, teilen sie sich auf und erkunden die Umgebung. Dabei treffen Rogers und Beast in einer Geheimkammer auf Novas Helm und einen Tempelwächter, der sie für Schatzräuber hält und ihnen daraufhin das Leben schwer macht. Der Rest der Truppe stößt derweil auf den veränderten Nova und es kommt zum Kampf mit der menschlichen Rakete.
Im dritten Teil tritt mit Aloysius Thorndrake, dem Anführer des Shadow Councils, eine weitere wichtige Figur in den Vordergrund der Story. Hier erfährt der Leser etwas aus Thorndrakes (extrem) weit zurückliegender Vergangenheit und seine Verbindung mit der Schlangenkrone, die ganz offensichtlich ein extrem mächtiges und somit auch gefährliches Artefakt ist. Währenddessen machen sich Beast und Rogers, die sich nun mit dem Tempelwächter verbündet haben, auf den Weg, um sich mit den anderen Secret Avengers wieder zu treffen. Dabei erfahren sie vom Wächter, was der manipulierte Nova vor hat und was für eine unglaubliche Macht er damit erwecken würde. Schließlich treffen sie wieder auf den, von Nova besiegten, Rest der Truppe und der Wächter startet einen Angriff mit verherrenden Folgen… für ihn selbst.
Im vierten und letzten Teil des Arcs kommt es zum großen Showdown, in dem Steve Rogers selber zu einer Art Nova wird und mit seinen neu erhaltenden übermenschlichen Kräften gegen den originalen Nova antritt. In der Zwischenzeit haben seine Kameraden alle Hände voll zu tun, um ihm den Rücken frei zu halten. Denn neben Soldaten des Shadow Councils werden sie zu allem Überfluss nun auch noch von Dämonen aus einem Dimensionsriss angegriffen.

Story
Schon die ersten paar Seiten haben mich dermaßen gefesselt, dass ich den Opener dieses Arcs in einem Rutsch durchgelesen habe und es kaum erwarten konnte, bis das nächste Heft erschien. Brubaker hat hier aber auch wirklich eine klasse Story kreiert, die viele spannende Elemente enthält und, würde sie verfilmt werden, einen prima Sci-Fi-Action-Abenteuer-Agenten-Film abgeben würde.
Ein paar Dinge haben mich an der Story aber doch etwas gestört. So hätte z.B. die Figur des Thorndrake ruhig etwas länger bzw. genauer vorgestellt werden können, gerade in Hinblick zu seiner Vergangenheit. Und warum der veränderte Nova die Hilfe von Drohnen braucht und nicht selber die Arbeit mit seiner neu erlangten Kraft erledigen kann, ist mir nicht so ganz schlüssig. Darüberhinaus hatte ich bei manchen Mitgliedern der Secret Avengers (Black Widow, Moon Knight und War Machine) einerseits das Gefühl, dass sie im Vergleich zu ihren Teamkameraden eine eher untergeordnete Rolle gespielt und nicht wirklich viel zur Story beigetragen haben. Andererseits fand ich es gut, dass es nicht DEN Superhelden gab, der quasi alleine für ein Happy-End gesorgt hat.
Okay, ihr wisst zwar nun, dass dieser Arc mit einem Happy-End abschliessen wird, aber für weitere spannende Unterhaltung ist schon bestens gesorgt. Denn der anfangs erwähnte mysteriöse Marvel-Held wird in den nächsten Heften für weiteres Aufsehen sorgen, der geheimnisvolle Thorndrake hatte bestimmt nicht seinen letzten Auftritt und vor allem ist da noch die Frage offen, welcher „cosmic-level“-Superheld der neue Ersatz für Nova wird.

Artwork
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: das Artwork gefällt mir sehr gut! Deodato hat hier eine super Arbeit abgeliefert, die mich vollkommen überzeugen konnte. Positiv hervorzuheben sind hier u.a. die Panels, die teilweise recht „locker“ und überlappend angeordnet sind, ohne jedoch dabei verwirrend oder gar fehl am Platz zu wirken. Desweiteren spielt Deodato bei seiner Darstellung der Figuren und des Settings viel mit Licht und Schatten, was einer höheren Plastizität und räumlichen Darstellung zu Gute kommt. In diesem Zusammenhang darf aber auch Rain Beredo nicht ungenannt bleiben, da er für die Farbgebung verantwortlich war und ebenfalls einen super Job gemacht hat. Ganz wichtig bei einem Superheldencomic: die Kampfszenen. Diese sind auch hier ein echter Hingucker und vermitteln mit gut eingesetzten Stilmitteln wie z.B. Schallworten und Speedlines eine Menge Action und Dynamik. Erwähnenswert sind außerdem noch die genialen Covers von Marko Djurdjevic, die schon mehr Gemälde als nur Comiccovers sind.

Fazit
Die ersten vier Hefte der Secret Avengers Serie haben mich dermaßen begeistert, dass ich auch weiterhin die nächsten Abenteuer dieser neuen Rächertruppe verfolgen werde. Ich kann diese Serie jedenfalls nur empfehlen und da sie erst in der Anfangsphase steckt, wäre jetzt auch der passende Zeitpunkt, um noch miteinzusteigen.

Künstler
Ed Brubaker (Autor), Mike Deodato (Zeichner), Rainier Beredo (Kolorist) und Marko Djurdjevic (Cover)

Bewertung

6 Responses to Review #152: Secret Avengers #1 – #4 (2010), Marvel Comics

  1. Bendrix sagt:

    Gutes Review. Alles richtig. Sehe das genau so. Die Secret sind auch derzeit meine liebsten Avenger.
    Schön auch wie Brubaker es geschafft hat mit der Serpent Crown ein wirklich uraltes Marvel-Relikt zu benutzen, aber man auch keine Probleme mit der Story hat wenn man es nicht bereits kennt.

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  2. der Nachbar sagt:

    Danke fürs Kompliment.

    …mit der Serpent Crown ein wirklich uraltes Marvel-Relikt…
    Wußte ich gar nicht. Wo/wann kommt das Relikt denn noch vor?

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  3. RedRobin sagt:

    Ich werde mir das erste Secret Avengers PHC kaufen. Nach der Review freu ich mich richtig drauf!

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  4. der Nachbar sagt:

    Ja, mach das. Bisher (für mich) die beste Avengers-Serie. Absolut empfehlenswert!

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  5. Tommyknockers80 sagt:

    Wie erwähnt haben mir auch die Avengers, New Avengers und Avengers Academy Hefte bisher gefallen. Aber diese Serie ist unter den genannten auch meine Nummer eins. Die Story sind gut geschrieben und das Artwork ist herausragend. Auch hier bleibe ich am Ball.

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  6. Bendrix sagt:

    Bin auch eher zufällig drauf gestoßen. Gibt es schon seit Ende der 60er, ich glaube erstmals in Captain America. Und ist seit dem immer mal wieder aufgetaucht.

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