Review #126: Superman #700, Juni 2010, DC Comics


Hallo Leute,

zum Abschluß unseres Jubiläumstages wollen wir euch noch ein ganz besonderes Review präsentieren. Besonders ist dieses Review aus zwei Gründen. Zum einen, weil es sich um das Jubiläumsheft Superman #700 handelt, ein Heft auf das ich ganz ungeduldig gewartet habe und das heute natürlich gut passt. Der zweite Grund, der dieses Review zu etwas besonderem macht, ist die Tatsache, dass wir es wieder mal im Team besprechen werden.

Inhalt (geschrieben von Crayton)
Die vorliegende 700. Superman-Ausgabe enthält insgesamt drei unterschiedliche Geschichten, die jeweils von verschiedenen Künstlern stammen. Die erste Geschichte (The Comeback) beginnt damit, dass Lois Lane vom Parasite verfolgt wird. Natürlich eilt ihr Superman rechtzeitig zur Hilfe und es kommt zu einem romatischen Wiedersehen der Beiden. Die zweite Story (Geometry) bietet ein Team-Up zwischen Robin und Superman. Robin macht sich bei dieser Geschichte allein auf, um eine Verbrecherbande zu stoppen. Allerdings handelt er doch etwas übermütig und begibt sich dabei in ernste Gefahr. Doch auch hier kommt der Mann aus Stahl noch rechtzeitig, um ihn zu retten. Die dritte und letzte Geschichte ist der Prolog zum neuen Story-Arc „Grounded“. Hier beginnt Supermans Wanderschaft durch die USA.

Story
Crayton: „Und Kollege, was sagst du? Also ich war wirklich voller Vorfreude auf dieses Heft. Nach dem Review von Ratzfatz war ich zwar etwas skeptisch, aber ich muss sagen, es gefällt mir insgesamt doch recht gut. Die ersten beiden Stories fand ich ganz okay, aber besonders die letzte, der Prolog zu Grounded, lässt auf einiges hoffen für diesen Arc.“

der Nachbar: „Naja, also ehrlich gesagt, bin ich von der 700er Ausgabe enttäuscht. Wieso hat DC dieser Jubiläumsausgabe gleich drei unterschiedliche Stories verpasst? Noch dazu eine mit Superman als Robins Babysitter. Die hätten sie sich meiner Meinung nach echt sparen können, vor allem da sie gar nicht so recht ins Schema passt. Oder soll das etwa auf eine zukünftige, verstärkte Zusammenarbeit zwischen Superman und Batman/Robin hinweisen?“

Crayton: „Die Robin-Geschichte, da gebe ich dir Recht, will hier nicht so recht reinpassen. Hier steht mir Robin viel zu sehr im Mittelpunkt. Während in solch einer Ausgabe der Fokus doch auf dem Mann aus Stahl liegen sollte. Auch wie leicht sich hier Robin von diesen 08/15 Gangstern überwältigen lässt, hat mir nicht gefallen. Das fand ich unglaubwürdig. Bei der Lois Lane-Story fand ich hingegen schon, dass sie sehr gut ins Schema gepasst hat. Immerhin ist die Beziehung zwischen ihr und Superman immer sehr wichtig gewesen. Das Wiedersehen zwischen ihnen fand ich hier ganz gut. Aber was hälst du denn von der Hauptstory, dem Prolog zu Grounded?“

der Nachbar: „Mit den Grounded-Prolog konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Superman bekommt ne Ohrfeige von einer Witwe, deren Mann an einem Krebsleiden gestorben ist und die Superman jetzt anklagt, dass er nicht da war, um ihren Mann zu retten. Der arme Superman bekommt darauf tierische Selbstzweifel, fliegt zu seinen Superheldenfreunden Batman und Flash, um die Bestätigung zu bekommen, dass sie zwar die totale Übersicht haben, was fiese Superbösewichte betrifft, aber andererseits gar nicht mehr die vielen kleinen Einzelschicksale mitbekommen. Dann erinnert sich Superman an die weisen Worte seines Ziehvaters, der ihm damals schon einbläute, wie wichtig es ist, dass man seine Wurzeln nicht vergessen darf. Und daraufhin besinnt sich der Mann aus Stahl auf seine Wurzeln und nimmt sich vor, fortan durchs Land zu wandern(!), um auch ganz nah an den Problemen und Leiden der normalen Menschen zu sein. Wenn du mich fragst, ein ziemlich schwacher und unglaubwürdiger Auftakt für den neuen Arc.“

Crayton: „Also die Sache mit der Frau, die Superman eine Ohrfeige gibt, fand ich auch nicht gut. Als wenn Superman auch Krebs heilen könnte! Er ist ja kein Gott oder so. Aber das Superman jetzt nun durch die USA wandern will, gefällt mir. Das ist mal was ganz Neues und bietet Stoff für interessante Stories. Ich glaube schon, dass Autor J. Michael Straczynski hier etwas Großes raus machen kann und bin schon sehr gespannt auf die nächsten Hefte. Ich denke, es werden ganz andere Superman-Stories, als man sie sonst so kennt.“

der Nachbar: „Wie meinst du das?“

Crayton: „Nun, ich bin halt äußerst gespannt, wie es sein wird, wenn Superman sich wieder mit den Problemen der normalen Menschen beschäftigt. Und so eine Wanderschaft bringt ihm ja ganz andere Perspektiven, als wenn er wie sonst in Sekundenschnelle von einem Ort zum anderen hetzt. Denke es wird der Reihe mal ganz gut tun, wenn man die Sache mal anders angeht. Superman wirkt so menschlicher und nicht so über den Dingen schwebend, im wahrsten Sinne des Wortes. Viele kritisieren ja immer, teilweise auch zurecht, dass er zu perfekt und zu glatt ist. Ich glaube, dieser Story-Arc hat die Chance, Supermans Charakter etwas mehr Tiefe zu geben.“

der Nachbar: „Und das soll dadurch geschehen, dass er fortan durch die Gegend läuft und die Probleme der normalen Bürger, sprich Krankheiten, Banküberfälle, Katzen von brennenden Bäumen retten und weitere Kleinigkeiten löst? Nee sorry, aber ich denke nicht, dass so Supermans neue Bürgernähe aussieht. Er ist doch schließlich der Musterheld schlechthin, der sich stets den größten Gefahren der Menschheit stellt und das schier Unmögliche vollbringt. Solltest du mit deiner Prognose Recht haben, was seine neue Bürgernähe anbelangt, wird er damit ja quasi zu einem Superhelden der B- oder gar C-Riege degradiert. Ich bleib dabei, die 700 ist ein sehr schwacher Startschuss für den neuen Story-Arc, dem ich äußerst skeptisch gegenüber stehe.“


Artwork
Crayton: „Die Zeichnungen haben mir eigentlich bei allen drei Stories ganz gut gefallen. Bei der ersten Story fand ich besonders Lois gut getroffen. Sie sah richtig gut aus. Dafür war hier der Parasite nicht so doll. Er wirkte nicht sehr gefährlich. Na und die Robin-Story? Was soll ich sagen, ich bin einfach Dan Jurgens Fan. Daher hat mir diese optisch auch am besten gefallen.“

der Nachbar: „Hm, dann sind wir da wohl auch wieder unterschiedlicher Meinung. Das Artwork zur ersten Story fand ich jetzt nicht besonders erwähnenswert. Auch an der Darstellung von Lois kann ich nichts besonderes erkennen. Und die Hauptgeschichte machte auf mich nicht nur storytechnisch sondern auch optisch einen ziemlich schwachen Eindruck. Ist dir nicht die monotone Einteilung der Panels aufgefallen? Fast alle Seiten bestehen aus einspaltigen Panels. Auf die Dauer wirkt das ziemlich ideenlos. Auch die Darstellung von Superman, speziell seinem Gesicht, als er seine Standpauke von der Witwe bekommt und das Gesicht vom Flash sehen teilweise etwas unglücklich bzw. dümmlich dreinschauend aus. Zum Glück rettet dann aber noch Dan Jurgens den Comic vor dem Totalabsturz. Zumindest was das Artwork betrifft.“

Crayton: „Dann sind wir uns ja wenigstens über Jurgens zeichnerische Qualitäten einig. Aber wie gesagt, ich finde auch die anderen Stories gut dargestellt. Bei Lois gefallen mir am besten die Augen, z.B. bei den Großaufnahmen, wenn sie mit Superman fliegt. Sieht doch gut aus. Ich glaub, ich bin verliebt. 🙂 Was das Artwork der Grounded-Story angeht …mhh… du hast Recht mit den Panels. Ist mir beim ersten Lesen gar nicht so aufgefallen. Da habe ich wohl nur auf die Story geachtet. Ja, diese Einteilung wirkt tatsächlich etwas langweilig. Allerdings finde ich nicht, dass Supermans Gesicht in besagten Szenen dümmlich wirkt, sondern eher entsetzt. Und so soll es ja von der Story her auch wirken. Also ist das doch ganz gut vom Zeichner umgesetzt worden.“

der Nachbar: „Also ich kann beim besten Willen nix besonderes an der Darstellung von Lois Lane erkennen. Aber vielleicht bin ich auch einfach nicht verliebt genug. 😉 Und was die Sache mit den Gesichtsausdruck angeht… ein entsetzter Gesichtsausdruck sieht für mich wesentlich dramatischer aus. Schau doch mal in deinen Comic-Zeichnen-Büchern nach. Da gibt es doch extra Kapitel, die sich nur um das Zeichnen von Gesichtsausdrücken und das Vermitteln von Emotionen drehen. Also falls Superman einen, in den besagten Panels deiner Ansicht nach, entsetzten Gesichtsausdruck haben sollte, hat der Zeichner umso mehr eine schlechte Arbeit geleistet, die mich nicht überzeugen kann.“

Fazit
Crayton: „Wieviele Sterne würdest du denn hier vergeben? Also ich würde drei Sterne geben.“

der Nachbar: „Drei Sterne sind meiner Meinung nach zu viel für diesen eher durchschnittlichen Comic. Zwar ist das Artwork der zweiten Story wirklich klasse, aber das alleine rechtfertigt es noch lange nicht, dem Comic eine so gute Gesamtbewertung zu geben. Aufgrund meiner bereits genannten Kritikpunkte würde ich dieser Superman-Jubiläumsausgabe höchstens zwei Sterne geben.“

Crayton: „Okay, zugegeben von der Story her hat mich ja eigentlich nur die Grounded-Story so richtig begeistert. Und beim Artwork hat mich die zweite Geschichte richtig überzeugt. Die anderen beiden waren zwar auch ganz gut, aber haben auch so ihre Schwächen, wie z.B. Parasite und die Paneleinteilung bei Grounded. Vielleicht insgesamt doch zu wenig für drei Sterne. Dann würde ich hier auch mit zwei Sternen gut leben können. Ein Heft mit Licht und Schatten sozusagen. Nicht ganz top, aber auch kein Totalausfall.“

Künstler
1. Story (The Comeback): James Robinson (Autor) und Bernard Chang (Zeichner)
2. Story (Geometry): Dan Jurgens (Autor/Vorzeichner) und Norm Rapmund (Zeichner)
3. Story (The Slap Heard Round The World): J. Michael Straczynski (Autor) und Eddy Barrows (Zeichner)

Bewertung

4 Responses to Review #126: Superman #700, Juni 2010, DC Comics

  1. Master of Disaster sagt:

    Eure Team Up Reviews gefallen mir ganz gut. Ich bin bei diesem Heft übrigens der gleichen Meinung wie „der Nachbar“. Besonders der Grounded-Prolog hat mich nicht so beeindruckt.

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  2. comicfanboy sagt:

    Fand das Heft nicht schlecht. Allerdings haben mir mehr die ersten beiden Stories gefallen, also sowohl von der Geschichte als auch vom Artwork her. Der Grounded-Anfang war noch nicht so doll. Mal sehen was da noch kommt. Hole mir nächste Woche mal Heft 701. Mal sehen wie mir das gefällt.

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  3. Big Spender sagt:

    Coolen Blog habt ihr hier.
    War von dem Heft auch etwas enttäuscht. Für so ein Jubiläum hätte ich mehr erwartet. Zwei Sterne hätte ich hier auch vergeben. Die Zeichnungen von Jurgens reißen einiges wieder raus.

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  4. Crayton sagt:

    Hey Big Spender.
    Danke für dein Lob. Bei dem Heft waren mein Kollege und ich ja unterschiedlicher Meinung. Mir hats schon ganz gut gefallen.

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