MAM #05: Neon Genesis Evangelion #1, Januar 1999, Carlsen Manga

Grüße und so!

Der Juni ist nun so gut wie vorbei und zum letzten Mal in diesem Monat werde ich euch hiermit einen weiteren MANGA AM MITTWOCH (MAM) präsentieren. Diesen Manga habe ich schon vor einigen Jahren gekauft und er ist daher einer der Ältesten in meiner Sammlung. Was aber nicht bedeuten soll, dass er nicht mehr aktuell ist. Ganz im Gegenteil, denn Ende diesen Jahres wird der zwölfte Band dieser langjährigen Serie, die bei Manga- und Animefans weltweit sehr beliebt ist, hier bei uns in Deutschland veröffentlicht.

Inhalt
Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft. Nachdem die Hälfte der Menschheit durch einen Kometeneinschlag ums Leben kam, wird ein paar Jahre später die Stadt Neo-Tokyo von einer riesigen Kampfmaschine, Engel genannt, angegriffen. Das Militär ist dieser Maschine vollkommen unterlegen und kann sie selbst mit den stärksten Waffen (Mini-Atombombe) nicht aufhalten. Die letzte Hoffnung für die Bewohner von Neo-Tokyo ist der NERV-Geheimdienst, der über gewaltige Kampfroboter, die sogenannten Evangelions (kurz EVAs), verfügt. Die EVAs werden dabei von Menschen gesteuert, die sich mit der Maschine synchronisieren und quasi eins mit ihr werden. Da Teenager über die besten Synchronwerte verfügen, werden hauptsächlich diese jungen Menschen als Piloten der EVAs ausgebildet und in den Kampf geschickt.  Allerdings sind momentan alle vorhandenen Piloten von NERV ausser Gefecht gesetzt und daher wird Shinji Ikari, der Sohn des Direktors von NERV, dazu bestimmt, den Engel aufzuhalten. Shinji, der aber noch gar nichts von diesem Plan weiß, wird also nach Neo-Tokyo beordert und ins NERV-Hauptquartier gebracht. Dort angekommen, überrollen ihn die Ereignisse. Zum einen trifft er seinen Vater wieder, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat und zu dem er obendrein noch ein sehr angespanntes Verhältnis hat und zum anderen ist er mit der neuen Situation, welche so viel Verantwortung von ihm abverlangt, total überfordert.  Schließlich stimmt er aber zu und setzt sich nach einem kurzen Testlauf endgültig ins Cockpit von EVA-01, um den Engel aufzuhalten. Ob diese Entscheidung wirklich so gut war?

Story
Die Geschichte vom jungen Shinji, der als unerfahrener Pilot eines EVA-Kampfroboters zusammen mit seinen Teamkameraden gegen scheinbar übermächtige Gegner antreten muss, um die Bevölkerung einer Großstadt bzw. der ganzen Welt zu verteidigen, ist außerordentlich spannend. Darüberhinaus bietet der Manga einerseites eine gehörige Portion Action gepaart mit einigen auflockernden, humorvollen Abschnitten. Und zum anderen wird sehr viel Wert auf eine differenzierte und detaillierte Ausarbeitung der Charaktere gelegt, wie es in diesem Maße bei anderen Mangas nicht sehr häufig vorkommt. Genauso wie im Anime wird auch im Manga fast jeder Hauptfigur im weiteren Verlauf der Serie ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem man mehr über die entsprechende Person erfährt. Die Story, die sich sich immer komplexer entwickelt, was v.a. die Rückblenden und die damit verbundenen Hintergrundinformationen ausmachen und die enorme Erzähldichte gepaart mit einigen psychologischen und religiösen Einflüssen, welche hin und wieder eingestreut werden, machen Neon Genesis Evangelion zu einem ganz besonderen Manga.

Artwork
Im Gegensatz zu vielen anderen Mangas sind hier die ersten paar Seiten sogar in Farbe gedruckt und vermitteln auf diese Weise einen guten Eindruck vom gleichnamigen Anime. Der Zeichenstil erinnert dabei an Mangas desselben Zeitraums (Mitte der 90er) wie z.B. Ghost In The Shell, Escaflowne oder Gunsmith Cats. Dieses „klassische“ Artwork gefällt mir recht gut, wird in diesem Fall der Sache aber nicht ganz gerecht. Das liegt vor allem daran, dass in den Actionszenen (Engel gegen EVA) manchmal relativ schwer zu erkennen ist, wer wer ist und was eigentlich gerade passiert. Man darf dabei natürlich nicht vergessen, dass der Autor und Zeichner des Mangas Yoshiyuki Sadamoto an die Figurenzeichnungen aus dem Anime entsprechend gebunden war und keinen Spielraum für eigene Interpretationen hatte. Aber abgesehen von den schwächeren Actionszenen, die hier im Vergleich zum Anime etwas in den Hintergrund treten, ist das Artwork ganz in Ordnung.

Fazit
Neon Genesis Evangelion gehört fraglos mit in die Riege der ganz großen Sci-Fi-Mangas/-Animes wie z.B. Akira, Ghost In The Shell etc. und ist in entsprechenden Kreisen schon lange Kult. Wer gerne einen spannenden Sci-Fi-Manga lesen möchte, welcher über eine komplexe Story mit gut ausgearbeiteten Charakteren verfügen soll, der kommt an dieser Serie nicht vorbei. Der Manga bekommt von mir nur drei Sterne, da mir der Anime noch einen Ticken besser gefallen hat und ich ihn immer etwas bevorzuge, wenn ich die beiden miteinander vergleiche. Aber nichtsdestotrotz ist der Manga (nicht nur) für Sci-Fi- und Mecha-Fans absolut empfehlenswert!

Künstler
Yoshiyuki Sadamoto (Autor und Zeichner)

Bewertung

weitere Infos

  • Preis: € 6,-
  • Seitenzahl: 168
  • Erscheinungsdatum: 01.1999
  • Genre: Sci-Fi

Y. Sadamoto

Der Autor und Zeichner Yoshiyuki Sadamoto wurde am 29. Januar 1962 in Tokuyama geboren. Neben seiner Tätigkeit als Mangaka ist er darüberhinaus noch Charakterdesigner und Illustrator. Seine visuellen Konzeptionsarbeiten beschränken sich aber nicht nur auf Mangas und Animes. So hatte er z.B. für Eric Claptons Album Pilgrim das Cover entworfen. Darüberhinaus gehört Sadamoto zu den Gründungsmitgliedern des weltweit bekanntesten japanischen Produktionsstudios für Animes Gainax.

Eine Besonderheit bei Neon Genesis Evangelion ist die Tatsache, dass der Anime vor dem Manga erschien, was sonst eher unüblich ist.

Der Manga erscheint im Original seit 1995 und ist noch nicht abgeschlossen. Der zwölfte Band der Serie wird bei uns in Deutschland voraussichtlich am 24.12.2010 erscheinen. Na wenn das mal kein schönes Weihnachtsgeschenk für die Fans ist.

interessante Internetlinks:
Evapedia (Online-Enzyklopädie rund um Neon Genesis Evangelion)
Wikipedia (dt. Wikipedia-Artikel zum Anime)
Geosektor (sehr umfangreiche und aktuelle Fanpage)
Evangelion-Armageddon (gute aber alte Fanpage)
Nervarchiv (eine weitere umfangreiche, aber leider veraltete Fanpage)

8 Responses to MAM #05: Neon Genesis Evangelion #1, Januar 1999, Carlsen Manga

  1. Meno sagt:

    Hey, hoffe das war jetzt nicht die letzte MAM Folge. Wäre schade. Habe ich immer gerne gelesen.

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  2. Dragon sagt:

    Ja das würde mich auch mal interessieren.Bisher hast du ja immer davon gesprochen das MAM im Juni läuft. Und der ist ja nun rum.

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  3. der Nachbar sagt:

    Hi zusammen!

    Stimmt, ursprünglich war der MAM ja nur für den Juni vorgesehen. Die Artikel zu schreiben hat mir dabei ja immer Spaß gemacht, also mal schauen, was jetzt daraus wird. Werd mich auf jeden Fall nochmal dazu äußern. 😉

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  4. comicfanboy sagt:

    Wäre auf jedenfall cool wenn diese Serie weiterlaufen würde.

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  5. Proctor500 sagt:

    Ein gutes Review, mit erneut sehr interessanten Hintergrundinfos.

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  6. der Nachbar sagt:

    Danke. Freut mich, dass es dir gefällt.

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  7. Proctor500 sagt:

    Ja, ich mag besonders deine Hintergrundinfos. Schließe mich den anderen hier übrigens an und hoffe das du MAM weitermachst.

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  8. […] das Schreiben der MAM-Artikel immer großen Spaß gemacht hat und diese bei einigen von euch laut Kommentar offensichtlich sehr gut angekommen sind, werde ich auch im Juli jeden Mittwoch einen Manga […]

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