MAM #01: Bakuman #1, September 2009, Tokyopop

Grüße und so!

Heute möchte ich euch mit dem MANGA AM MITTWOCH (MAM) ein neues Format hier auf Craytons Comic-Blog vorstellen, das am besagten Wochentag erscheinen wird und für diesen Monat bereits komplett eingeplant wurde. Otakus können sich also schon mal für den Juni jeden Mittwoch im Kalender ankreuzen. 😉

So, der erste MAM ist also Bakuman. Auf diesen Titel bin ich eher zufällig gestoßen. Nach einigem Durchblättern und einem sehr kurzen Gespräch mit der Verkäuferin (Ich: „Worum gehts hier denn?“ Sie: „Ist ein Manga übers Manga zeichnen.“ Ich: „Aha, hört sich interessant an.“) hab ich mich dann für diesen Manga entschieden. Okay, ich gebe zu, dass es auch mit den Machern Tsugumi Ohba und Takeshi Obata zu tun hatte, die ja bereits mit Death Note einen großen Erfolg erzielen konnten.

Inhalt
Der 14-jährige Moritaka Mashiro ist ein ganz normaler Teenager, der bald auf eine weiterführende Schule gehen wird, aber noch nicht so recht weiß, was er überhaupt später mal werden soll. Er ist kein großes Genie und seine Noten sind jetzt nicht unbedingt die Besten, aber eins kann er verdammt gut und das ist das Zeichnen. Sein Mitschüler und der Klassenbeste Akito Takagi sieht eines Tages Moritakas Skizzen, welche dieser heimlich im Unterricht gemacht hat. Akito ist von ihnen total begeistert und er verrät Moritaka, dass es sein sehnlichster Wunsch sei, trotz seiner exzellenten Schulnoten, später einmal ein Mangaka zu werden und bittet Moritaka daher, seine Stories zu zeichnen. Moritaka ist zunächst sehr überrascht, doch schon bald schlägt seine Überraschung in Ablehnung um, da er einen Onkel hatte, der selber Mangaka war und somit weiß, wie schwer es ist, in diesem Beruf erfolgreich zu sein.
Doch Akito gibt nicht so schnell auf und schafft es tatsächlich, seinen Klassenkameraden davon zu überzeugen, es mit ihm zusammen als Mangaka-Duo zu versuchen. Also setzen sie es sich zum Ziel, bis sie 18 Jahre alt sind, einen Manga zu erschaffen, welcher die Vorlage für einen Anime werden soll. Und als ob dieses Ziel nicht schon hoch genug wäre, kommt auch noch Moritakas große Liebe Miho ins Spiel, die ihm ein aufregendes Versprechen macht.
Nun kann Moritaka und Akito nichts mehr bremsen und die beiden fangen an, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Dabei bekommen sie unerwartete Unterstützung in ganz besonderer Form von Moritakas Familie. Schließlich ist ihr erstes Skript fertig und mit einer Rohfassung ihres Mangas wollen sie es wagen, sich bei einem Verlag vorzustellen. Ob das gut geht?

Story
Die Story von Bakuman ist recht simpel gestrickt. Es geht in erster Linie nur darum, dass zwei Jungs als Mangaka groß rauskommen wollen. Somit handelt es sich bei diesem Manga tatsächlich um das Manga machen. Bakuman ist teiweise recht lustig geschrieben und legt den Schwerpunkt mehr auf die Dialoge. Tokyopop hingegen hat Bakuman unter der Kategorie Action gelistet, was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, da es de facto keinerlei Action in diesem Manga (und auch nicht in den nachfolgenden zwei Bänden, die ich gelesen habe) gibt. Nichtsdesto trotz fand ich den ersten Band ganz okay. Vor allem, weil mich das Thema Comics/Mangas selber machen sehr interessiert hat.
Was mir äußerst positiv auffiel, waren u.a. die Fußnoten, die hier und da mal auftauchen und kurze Erläuterungen zu Personen, Themen und Fakten der japanischen Gesellschaft liefern (z.B. Naoki-Preis, Neet, Bon-Fest usw.). Besonders interessant waren hier natürlich die Erklärungen zum Thema Manga (verschiedene Arbeitsutensilien, welcher Stift wofür, Aufteilung des Storyboards etc.). Super fand ich auch die Gimmick-Seiten „Bis eine Manuskriptseite entsteht“ auf denen man sieht, wie sich der Autor eine Szene vorstellt und wie der Zeichner diese dann umsetzen wird.

Artwork
Takeshi Obatas Arbeit konnte mich vollkommen überzeugen. Sauber gezeichnete, klare Linien und eine große Detailverliebtheit, wie man es nicht sehr oft sieht, machen sein Artwork aus. Auch seine Interpretation von Ohbas Ideen wenn es z.B. um Emotionsausbrüche wie große Verwunderung, Erschrecken usw. geht, haben mir sehr gut gefallen. Einfach herrlich wie er dann die Charaktere auf lustige Weise überzeichnet.

Fazit
Wer sich für das Thema Manga machen interessiert, könnte Gefallen an Bakuman finden. Aber Vorsicht: von der offiziellen Bezeichnung Action-Manga sollte man sich nicht täuschen lassen.
Ich fand den ersten Band nicht überragend aber dennoch ganz in Ordnung. Leider wurden meine Erwartungen in den nachfolgenden Bänden nicht getroffen, aber das ist ein anderes Thema.

Künstler
Tsugumi Ohba (Autor) und Takeshi Obata (Zeichner)

Bewertung

weitere Infos

  • Preis: € 6,50
  • Seitenzahl: 209
  • Erscheinungsdatum: 09.2009
  • Genre: Action (lt. Tokyopop)

Tsugumi Ohba und Takeshi Obata haben schon vor Bakuman miteinander gearbeitet. Bereits mit ihrem ersten Manga Death Note konnten sie einen großen gemeinsamen Erfolg erzielen.

Als Mangaka werden professionell arbeitende Manga-Autoren bezeichnet.

Fans von Mangas und Animes bezeichnen sich selbst auch als Otakus. Der Begriff ist aber sehr allgemein gehalten und kann sogar im negativen Sinne verwendet werden (was ich hier ausdrücklich nicht meine). Einen ausführlichen Artikel liefert Wikipedia.

zu den o.g. Fußnoten:
Der Naoki-Preis ist ein in Japan renommierter Literaturpreis.
Neet ist ein Akronym für Not in education, employment or training. Damit ist also jemand gemeint, der weder zur Schule geht, Arbeit hat noch in einer Ausbildung ist.
Das Bon-Fest ist ein buddhistischer Feiertag.

In Japan erschien das erste Kapitel der Serie im Shonen Jump im August 2008. Januar 2009 wurde der erste Band der Serie in Japan veröffentlicht. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Bakuman der erste Manga war, der vor seiner Veröffentlichung auf der Internetseite seines Verlages (Shueisha) mehrsprachig gelesen werden konnte.

Der erste Band von Bakuman verkaufte sich in nur einer Woche über 150.000-mal und stand damit in Japan auf Platz 4 der meistverkauften Manga-Bände der Woche.

Wer noch etwas mehr zum Thema Manga übers Manga machen wissen möchte, sollte diesen Tagesspiegel-Artikel lesen.

„Diese Serie enthält keinerlei Fantasyelemente. Ich bin ganz aufgeregt.“
(Zitat von Takeshi Obata, Zeichner von Bakuman)

12 Responses to MAM #01: Bakuman #1, September 2009, Tokyopop

  1. Ratzfatz sagt:

    NaJa… Klingt halt wie Oishinbo. Nur mit Manga statt Essen.

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  2. der Nachbar sagt:

    Hab Oishinbo nicht gelesen, daher kann ich die beiden Mangas nicht miteinander vergleichen.

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  3. comicfanboy sagt:

    Hi,
    hört sich ganz interessant an. An deinem Post haben mir besonders die kleinen Zusatzinfos gefallen die du hier angibst.

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  4. holzauge sagt:

    Ich hab ja Bakuman schon desöfteren reviewt und Oishinbo auch. Und eigentlich lässt sich das schwer miteinander vergleichen. Bakuman hat eine sehr ausgereifte Hintergrundstory, die im Verlauf der Story immer wichtiger und leider auch immer platter wird, Oishinbo hat zwar auch eine Hintergrundgeschichte, die ist aber so im Hintergrund, dass man die Sachen nichteinmal chronologisch herausbringen musste.

    Was Bakuman halt wirklich liefert ist dieser Einblick in eine der größten Comiczeitschriften weltweit und wie die Leute die dort arbeiten ticken.

    Und das ist dann eigentlich eine sehr interessante Sache. Später wirds tatsächlich etwas schlechter, weil die Story immer mehr Elemente braucht, die gekünstelt wirken aber ich hab gestern den 4. Band gelesen und weiterhin durchaus Spaß.

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  5. Dragon sagt:

    Hi,
    interessantes Review. Mit einigen Infos noch dazu. Sehr gut, weiter so. Werde,deinem Rat folgen und mir jetzt jeden Mittwoch im Juni ankreuzen 😉

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  6. Meno sagt:

    Gutes Review.
    Liest du eigentlich mehr Mangas oder mehr westliche Comics? Wie groß ist denn deine Mangasammlung so? Wieviel Folgen wird es von MAM geben? Ich hoffe sehr viele, denn ich hatte viel Spass beim Lesen hier.

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  7. der Nachbar sagt:

    Mahlzeit Leute!

    Erstmal danke für euer Feedback.
    Die zusätzlichen Infos, wie ihr sie schon von den Thementagen her kennt, werde ich bei jedem MAM dazuschreiben.

    @Meno: seit den letzten Wochen lese ich wieder mehr Mangas. Eine ganz spezielle Reihe, die ich auch demnächst hier vorstellen werde, hat es mir dabei besonders angetan.
    Von einer großen Sammlung kann aber noch keine Rede sein. Sind bisher nur knapp 15 Mangas.
    Wie ich letzte Woche bereits angekündigt habe, ist der Juni komplett mit MAMs ausgefüllt. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht geplant.

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  8. Meno sagt:

    Na da bin ich mal gespannt was da noch so kommt. Hoffe das du diese Reihe auch über den Juni hinaus weiterführst. Bin schon jetzt ein Fan der MAM´s 🙂

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  9. Master of Disaster sagt:

    Hey nicht schlecht dein Review. Wenn es um Mangas geht kann ich dir übrigens sehr die Dragonball-Reihe sehr empfehlen!

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  10. der Nachbar sagt:

    Da hast du Recht. Lese gerade Sammelband #12 und bin von der Dragonball-Saga ziemlich begeistert.
    Dazu wird es übrigens auch bald was geben. 😉

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  11. Proctor500 sagt:

    Noch zwei Tage, dann kommt das nächste MAM!
    Freue mich schon drauf! 😉

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  12. […] ist das aber dann doch zu wenig. Mangas mit anderen Bezügen zeigen, dass es besser geht (z.B. Bakuman). Auch die immergleichen Sätze („Ich hole mir eure Farben.“, „Damit werde ich […]

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