Comic-Klassiker der Woche Folge 29: Daredevil #241, April 1987, Marvel Comics

Guten Morgen Leute,

so nun sind unsere dritten Thementage wieder vorbei und die nächste Woche beginnt.  Gestern (Montag) hatte ich leider keine Zeit für meinen Comic-Klassiker der Woche, so dass dieser erst heute kommt. Die heutige Klassiker-Folge  steht ganz im Zeichen des Mannes ohne Furcht. Die Rede ist natürlich von Daredevil.

Ich habe in meiner großen Comic-Sammlung nur ein paar Daredevil-Hefte. Matt Murdock gehört nicht umbedingt zu meinen Favoriten. Wobei ich ihn immer ganz gerne im Team-Up mit Spidey sehe. Aber seine eigenen Serien habe ich nie so intensiv verfolgt. Bei diesem Heft fand ich interessant das Todd McFarlane hier als Zeichner agierte, dessen Spider-Man Arbeiten mir eigentlich immer ganz gut gefallen haben.

Storytitel: Black Christmas

Inhalt
Wie der Titel schon sagt spielt die Story in der Weihnachtszeit. Zu Beginn des Heftes muss sich Daredevil um ein paar Kids kümmern, die als Weihnachtsmann verkleidet zu Spenden aufrufen und so den Leuten ein paar Dollar aus der Tasche ziehen wollen. Daredevil kann sie natürlich schnell überzeugen das so verdiente Geld doch lieber zu spenden. Derweil sinniert ein Typ, der sich The Trixster nennt, darüber, warum ein maskierter Mann wie Daredevil von allen als Held angesehen wird. Er selber hingegen, ein Meister der vielen Gesichter (er hat hier immer verschiedene Masken an), hat eben nicht diesen Heldenstatus. So lockt er mittels eines gefährlichen Drahtseilaktes zwischen zwei Hochhäusern der Stadt, Daredevil hervor und will sich mit diesem messen.

Story
Autorin Ann Nocenti, zu der Zeit die Stammautorin dieser Serie, liefert hier leider nicht mehr als eine durchschnittliche Geschichte ohne große Überraschungen oder Höhepunkte. Es gab einige Szenen die mir ganz gut gefallen haben. So zum Beispiel die Situation in der Daredevil diese Kids zurechtweist und sie auffordert ihr unrechtlich verdientes Geld einer Nonne zu spenden. Dem Leser wird danach klar, dass diese Frau eigentlich das selbe Spiel treibt wie die Kids. Sie hat sich nur als Nonne verkleidet um Spenden einzusammeln und so locker ein paar Dollar zu verdienen. Schön das auch ein Held wie Daredevil nicht unfehlbar ist und hier auf eine Betrügerin reinfällt. Obwohl Daredevil aufgrund seiner Fähigkeiten oft merkt, ob ihm jemand etwas vorspielt oder nicht (zum Beispiel erkennt er oft am schnelleren Herzschlag ob jemand nervös ist usw.) Hier merkt er es jedenfalls nicht. Vielleicht ist er unkonzentriert oder die Frau spielt ihre Rolle einfach zu perfekt und ist einfach nicht nervös im Angsicht des Helden. Wie dem auch sei, diese Szene fand ich ganz gut. Der eigentliche Haupthandlungsstrang mit dem Trixster, der sich mit Daredevil messen will hingegen ist etwas fad. Dieser Bösewicht (ist das überhaupt ein Schurke?) bleibt blass. Man erfährt hier nicht so viel über ihn. Außer das er ein Meister der Verkleidung ist. Auch scheint er irgendeine Strahlung abzugeben, wie Daredevil mit seinen Sinnen feststellt, auf die dann aber nicht weiter eingegangen wird. Genauso wenig erfährt man von seinen Fähigkeiten. Er selber erwähnt zwar irgendwelche magischen Kräfte zu haben, allerdings werden diese im Verlauf der Story nicht weiter erläutert und scheinen auch keine Rolle hier zu spielen. Der Kamf zwischen dem Daredevil und diesem Trixster ist auch relativ unspektakulär. Also rein von der Story her hätte dieses Heft vielleicht sogar nur einen Stern verdient.

Artwork
Auf die Zeichnungen war ich damals sehr gespannt. Immerhin zeichnete Todd McFarlane diese Geschichte, der Mann der viele Fans (inklusive mich) mit seiner grandiosen Arbeit bei Spider-Man Ende der 80er Anfang der 90er Jahre zu begeistern wußte. Interessanter Weise ist hier von diesem McFarlane noch nicht so viel zu sehen. Im Vergleich zu seinen dynamischen Zeichnungen von Spidey und später auch von Spawn, kann man seinen Stil hier als eher brav und zurückhaltend bezeichnen. Der Spawn-Erfinder war ja einer der Vorreiter des Zeichenstils, bei dem die Figuren zum Beispiel die Grenzen eines Panels durchbrechen. Davon ist hier nichts zu sehen. Im Gegenteil findet man hier ein ganz klassisches gezeichnetes Comic, dass sich nicht von anderen dieser Zeit und der Jahre davor unterscheidet. Scheinbar hat McFarlane hier seinen Stil, der ihn so bekannt und beliebt machte und der als Vorbild für viele Zeichner in den 90er Jahren diente, noch nicht so ausgeprägt entwickelt. Damals ist mir bei dem Betrachten der Bilder eigentlich gar nicht aufgefallen, das hier McFarlane zeichnet. Ich wußte es nur, weil es eben im Heft angegeben war. Jetzt als ich das Heft für den Blog nochmal gelesen habe, achtete ich natürlich nochmal genau darauf. Man erkennt McFarlanes Stil hier schon in Ansätzen. Nur eben bei weitem nicht so ausgeprägt wie es dann zwei, drei Jahre später der Fall war. Das Artwork hat mir dennoch gefallen und es war eben interessant zu sehen, wie dieser Künstler eben zu dieser Zeit noch zeichnete. Aufgrund von McFarlanes Zeichnungen vergebe ich für dieses Heft auch insgesamt dann doch 2 Sterne.

Fazit
Das Heft ist eigentlich von der Story her nichts Besonderes. Eine 08/15 Geschichte, die man ganz gut lesen kann, aber nicht gelesen haben muss. Da habe ich von der Autorin schon spannendere Sachen zu Gesicht bekommen. Auch bei Daredevil (wie gesagt ein paar Hefte habe ich ja) hat sie schon Interessanteres abgeliefert. Empfehlen kann ich dieses Heft dennoch vor allem den McFarlane Fans unter euch. Dann seht ihr mal wie der gute Todd 1987 gezeichnet hat. Schon ein Jahr später bei Spider-Man hatte sich sein Stil nämlich stark verändert und sich seinen heutigen Arbeiten angenähert. Spätestens ab den frühen 90er Jahren haben sich seine Arbeiten der Art weiterentwickelt, dass man dort den McFarlane heutiger Tage sieht. So schnell kann das manchmal gehen.

Künstler
Ann Nocenti (Autorin), Todd McFarlane (Zeichner), Al Milgrom (Tuscher), Max Scheele (Farben), Mike Zeck (Cover)

Bewertung

One Response to Comic-Klassiker der Woche Folge 29: Daredevil #241, April 1987, Marvel Comics

  1. Hendrik sagt:

    Wusste gar nicht das McFarlane auch mal Daredevil gezeichnet hat. Die Stories von Ann Nocenti bei Daredevil habe ich immer geliebt. Waren meist sehr dramatisch und tiefsinnig. Nun ja, hier ja wohl nicht so. Aber auch eine Top-Autorin wie Nocenti kann ja mal schwächeln.

    Gefällt mir

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