Thementage: ZOMBIES

Review #97: Marvel Zombies Vol. I, 2006, Marvel

Grüße und so!

Tss, tss. Da hätten wir euch doch beinahe einen Meilenstein der Superhelden-Zombie-Comicgeschichte unterschlagen. Aber keine Sorge, denn hier kommt, quasi als krönender Abschluss, last but not least das Review zum ersten Band der Marvel Zombies-Reihe.

Inhalt: Die fünfteilige Mini schließt nahtlos an die Geschehnisse aus Ultimate Fantastic Four #21-23 an und erzählt die Geschichte einer Parallelwelt (Erde 2149) im Marveluniversum, in der sich so gut wie alle Superhelden und -schurken in etwas Schreckliches verwandelt haben. Spider-Man, Wolverine, Thor, der Hulk usw. sind zu Zombies geworden, die, angetrieben von einem unstillbaren Hunger, dauernd auf der Suche nach (Menschen-)Fleisch sind. Zum besseren Verständnis fasse ich an dieser Stelle zuerst die Handlung aus den vorher erwähnten Ultimate FF-Comics kurz zusammen:

Nachdem der reguläre Reed Richards (Erde 616) von seinem Ebenbild aus der Parallelwelt (Erde 2149) dazu gebracht wurde, einen Teleporter zu bauen, mit dem er ein Tor zu eben dieser öffnen kann, probiert er ihn natürlich sofort aus und muss feststellen, dass er in eine Falle gelockt wurde. Er sieht sich unzähligen Zombiesuperhelden gegenüber, die ihn verspeisen wollen und mit denen er alleine nicht fertig wird. Doch Richards wird in letzter Sekunde von Magneto gerettet, der an dieser Stelle der einzige Superheld/-schurke ist, welcher auf Erde 2149 noch kein Zombie geworden ist. Zusammen mit ein paar überlebenden Menschen gelingt Mister Fantastic dank Magnetos Hilfe schließlich die Flucht in seine Heimatwelt (Erde 616). Magneto bleibt jedoch zurück und zerstört den Teleporter, um so sicher zu gehen, dass die Zombies Richards nicht in seine Welt folgen können.

An dieser Stelle beginnt Marvel Zombies Band I:
Magneto ist also scheinbar der letzte Überlebende in einer Großstadt voller Superzombies. Ihm gelingt zwar nochmal die Flucht vor ihnen, aber dadurch zögert er das Unvermeidliche nur hinaus. Nach einigen Scharmützeln ist es dann schließlich so weit und Magneto wird von den Zombies besiegt und anschließend vertilgt. Kurz darauf erscheint der Silver Surfer. Für die Superzombies ist dies ein willkommener Anblick, denn sie werden erneut hungrig.
Nachdem ein paar der Superzombies die Verfolgung vom Silver Surfer aufgenommen haben, zieht sich Henry Pym (Giant-Man) in sein Labor zurück, wo er etwas Wichtiges versteckt hält. Doch seine Frau Janet alias Wasp kommt ihm auf die Schliche, was sie jedoch teuer bezahlen muss. In der Zwischenzeit kommt der Silver Surfer wieder zurück und verkündet, dass Erde 2149 dem Untergang geweiht sei und in Kürze von seinem Meister dem mächtigen Galactus zerstört werde. Die Superzombies, angeführt von Colonel America und Iron Man, lässt diese Botschaft jedoch ziemlich kalt und sie stürzen sich auf ihr nächstes Mahl. Während mit dem Silver Surfer also eine weitere Superfigur den Zombies zum Opfer fällt, geschieht etwas Unerwartetes mit Henry Pyms Geheimnis. Nach dem Ableben des Silver Surfers taucht Galactus höchstpersönlich auf, der über den Tod seines Boten nicht sehr begeistert ist und es sieht so aus, dass es nun zu Ende geht mit der Zombiewelt.

Story: Kirkmann lieferte mit Marvel Zombies eine herrlich schräge Story ab. Die sonst so heldenhaften und guten Superhelden des Marveluniversums als furchteinflößende Zombiehorden zu interpretieren, ist eine geniale Idee. Vor allem solche Kleinigkeiten wie z.B. Peter Parkers Selbstbemitleidungstour (er hat doch tatsächlich MJ und Tante May verspeist) oder das Aufeinandertreffen von Red Skull und Cap…ähm Colonel America werten die Story noch etwas mehr auf. Insgesamt gesehen habe ich aber den Eindruck, dass Kirkmann und Co. mit Marvel Zombies Vol. 1 doch etwas zu viel auf den Putz gehauen haben. Magneto, der Silver Surfer sowie Galactus kommen in dieser ersten Mini vor und… naja, es ist kein großes Geheimnis, was mit ihnen passiert. Aber hey, Galactus der Weltenzerstörer (der ironischerweise ja selber von einer Art Hunger angetrieben wird), einer der mächtigsten Figuren des Marveluniversums (vielleicht sogar die Mächtigste), als Opfer von Superzombies? Für mich hat Kirkmann an dieser Stelle doch arg übertrieben. Alles in einem eine seinerzeit aufsehenerregende Neuinterpretierung der Marvelfiguren, welche übrigens ihren Ursprung nicht in diesem Band sondern schon vorher hatte, bei der jedoch viel zu schnell das Pulver verschossen und mit der Wahl der Zombieopfer doch arg übertrieben wird.

Artwork: Das Artwork von Phillips und Chung passt prima zur Story. Anstatt fröhlich bunter Settings bekommt man hier passenderweise eine eher dunkle Umgebung geboten, in der die düster dreinblickenden Zombieversionen von Spidey und Co. ihr Unwesen treiben. Allerdings fand ich das Artwork der Ultimate Fantastic Four-Hefte, welche die Vorgeschichte zu Marvel Zombies erzählen doch um einiges besser, so dass ich dieses hier eher durchschnittlich bewerte. Was hier aber besonders positiv heraussticht, sind die starken Titelbilder. Einige Covers, wie z.B. das der fünften Ausgabe (Spideys und MJs Hochzeit) sind es schon fast wert, ausgeschnitten, eingerahmt und an die Wand gehängt zu werden.

Fazit: Es steht vollkommen ausser Frage, dass sich die Marvel Zombies ihren Platz in der (Zombie-)Comic-Hall of Fame redlich verdient haben. Volume I hat ja mittlerweile auch mehrere Nachfolger, die ohne den großen Erfolg dieser Miniserie nicht möglich gewesen wären. Trotz dessen Bedeutung, vor allem wegen der arg überladenen Story und dem eher durchschnittlichen Artwork, vergebe ich aber nur zwei Sterne.

Künstler: Robert Kirkmann (Story), Sean Phillips (Zeichnungen), June Chung (Farben) und Randy Gentile (Text)

Bewertung:

3 Responses to Thementage: ZOMBIES

  1. […] es bei Crayton ein Review zu den Marvel Zombies 1 gibt und auch Ratzfatz letzte Woche das erste Heft der 5. Staffel besprochen hat, will ich auch mal […]

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  2. holzauge sagt:

    War es nicht der Reed Richards des Ultimativen Universums?

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  3. der Nachbar sagt:

    Stimmt, ist natürlich Erde 1610 und nicht 616.

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