Review #85: Mort – Der Scheibenwelt-Comic, 1994, Goldmann

Grüße und so!

Einige von euch haben bestimmt schon mal die eine oder andere Story von Pratchetts Scheibenwelt gelesen. Denjenigen, die jetzt zum ersten Mal davon hören lesen, empfehle ich den entsprechenden Wikipedia-Artikel zu lesen. Um es (extrem) kurz zu fassen: bei der Scheibenwelt handelt es sich um ein äußerst skurriles Fantasy-Setting, erschaffen vom britischen Schriftsteller Terry Pratchett, bei dem der schräge Humor eindeutig im Vordergrund steht. Ich bin damals nicht, wie sonst üblich, zuerst durch die entsprechenden Bücher mit der Scheibenwelt in Kontakt gekommen, sondern durch besagten Comic. Dieser basiert übrigens auf dem Roman „Gevatter Tod“ und ist 1994 bei Goldmann erschienen. Mittlerweile gibt es auch schon eine Neuauflage, u.a. mit einem anderen Cover.

Inhalt: Der junge Mortimer, kurz Mort, wird von seinem Vater zum Gewerbemarkt gebracht, damit er dort von einem Handwerker in die Lehre genommen wird. Während alle anderen Jungs um ihn herum nacheinander an die unterschiedlichsten Leute vermittelt werden, steht er noch alleine mit seinem Vater da und es sieht nicht so aus, als ob er noch eine Stelle bekommt. Doch kurz vor Ende des Gewerbemarktes erscheint ein schwarzgekleideter Reiter und bekundet Interesse am jungen Mort. Während Morts Vater den Reiter als Leichenbestatter sieht, erkennt sein Sohn ihn als das, was er wirklich ist, nämlich der Tod in Person. Der Handel kommt zustande und Mort wird tatsächlich der Lehrling von Gevatter Tod, welcher sich überraschend sympathisch und menschlich präsentiert (Mort: Äh…darf ich am leben bleiben? – Tod: Das Sterben ist keine Voraussetzung – Tod: Hast du Hunger? Ich könnte jetzt was Scharfes vertragen!). Mort wohnt fortan bei Gevatter Tod und lernt dort zwei weitere Personen kennen, die obwohl in Gesellschaft des Todes, noch äußerst lebendig sind. Zum einen ist da noch Ysabell, die adoptierte Tochter von Gevatter Tod, sowie Albert, der sich um das leibliche Wohl der Hausbewohner kümmert. Dabei hütet er noch ein wichtiges Geheimnis, das im späteren Verlauf der Geschichte von entscheidender Bedeutung sein wird. Während Mort seine Ausbildung absolviert, nimmt sich sein Chef einen freien Tag und lässt den Lehrling ran. Dies hätte er aber wohl besser nicht getan, denn Mort hält sich nicht an die Gesetzmäßigkeiten des Universums und verweigert bei einem Attentat auf eine schöne Prinzessin einfach seinen Dienst. Was zur Folge hat, dass nicht sie sondern ihr Attentäter über die Klinge springt. Dadurch entsteht ein Paralleluniversum und Mort hat nun einiges zu tun, dieses Chaos wieder zu bereinigen. Verständlicherweise ist sein Meister tierisch sauer auf ihn und zu allem Übel kommt es auch noch zu einem Duell zwischen den Beiden. Na wenn das mal gut geht.

Story: Hier wird kein mächtiger Krieger, kein Zauberer oder sonstiger Fantasy-Stereotyp in den Erzählfokus genommen, sondern es dreht sich alles um Gevatter Tod und seinen Lehrling. Diese Geschichte ist übrigens nach Auffassung vieler Scheibenwelt-Fans eine der besten Scheibenwelt-Abenteuer. Dem kann ich mich auch nur anschliessen. Es macht einfach Spass, dem Tod und seinem Azubi bei der Arbeit zuzusehen (ihr wisst schon, wie das gemeint ist). Vor allem die Stellen an denen sich der Chef frei nimmt und Mort die Arbeit überlässt, sind herrlich skurill und damit am besten (Tod: Wozu die Aufregung? Niemand wird sterben… ich sollte es wissen!).
Der Comic lässt sich übrigens sehr gut lesen, auch wenn man den Roman vorher noch nicht kannte. Natürlich fallen einige Sachen beim Comic untern Tisch und werden nicht erwähnt, was bei solch einem Erzählumfang aber durchaus nachvollziehbar ist. Alle wichtigen Elemente der Romanvorlage sind aber vorhanden und gut umgesetzt.

Zeichnungen: Graham Higgins, der übrigens 1993 auch bei einigen Sachen von DC und Marvel (Animal-Man, X-Men 2099) mitgewirkt hatte, hat mit seiner Arbeit bei Mort einen klasse Job gemacht. Die gesamte Illustration (Zeichnungen und Kolorierungen) entstammt seiner Feder und man sieht sofort, dass hier ein Profi am Werk war. Besonders seine Detailverliebtheit, die in einigen Panels vorkommt, hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: Wer Lust auf einen etwas anderen Fantasy-Comic hat und auf schrägen Humor steht, der sollte sich unbedingt mal Mort anschauen. Terry Pratchett- bzw. Scheibenwelt-Fans können hier ruhigen Gewissens sowieso blind zugreifen.

Die Künstler: Terry Pratchett (Autor) und Graham Higgins (Illustrator)

Die Bewertung:

8 Responses to Review #85: Mort – Der Scheibenwelt-Comic, 1994, Goldmann

  1. der Nachbar sagt:

    Anmerkung zum Bewertungssystem:

    Ich habe mich dazu entschlossen, mein Bewertungssystem etwas zu vereinfachen. Story und Zeichnungen werden nun nicht mehr separat bewertet. Stattdessen fasse ich alles zusammen und gebe eine Gesamtbewertung in Form von Sternen ab. Wie beim Michelin-Führer gilt auch hier:
    je mehr Sterne desto besser.

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  2. Tommyknockers80 sagt:

    Hallo,
    interessantes Review. Kannte bisher gar nichts von dieser Scheibenwelt. Hört sich aber ganz gut an. Mal schauen ob ich das Heft vielleicht bei ebay bekommen kann.

    Zu deinem neuen Bewertungssystem: Ich fand das alte System, wo du Story und Artwork getrennt gewertet hast und so zu nem Gesamtergebnis kamst besser als dein neues hier.

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  3. der Nachbar sagt:

    N’abend Tommyknockers80,

    auf der Online-Auktionsplattform wirst du sicherlich fündig. Und solltest du gefallen an dem Comic finden, empfehle ich dir, auch mal ein paar von den Scheibenwelt-Romanen zu lesen.

    Gerade der Aspekt der getrennten Bewertung war für mich ausschlaggebend, mein System nun zu überarbeiten. Letztendlich ist es meiner Meinung nach der Gesamteindruck, der entscheidend ist. Man kann ja auch von einem Comic total begeistert sein, der nur einem bestimmten Teil (Story oder Zeichnungen) gerecht wird. Mit dem alten System konnte man das so nicht ausdrücken.
    Ausserdem fällt es mir entschieden leichter, mich zu entscheiden, ob ich nun einen Stern (Was ist das für ein schlechter Comic?) oder gar vier Sterne (Wow, besser gehts nicht!) zu vergeben, als minutenlang darüber nachzudenken, ob ich jetzt fünf oder sechs Punkte vergeben soll.

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  4. Crayton sagt:

    Ich selber werde wohl bei meinem alten Bewertungssystem bleiben (also Story und Zeichnungen 50-50), aber finde den Ansatz meines Kollegen durchaus nachvollziehbar und auch ok.

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  5. Ratzfatz sagt:

    Da ich ja selbst ein zusammengefasstes 5 Punkte Bewertungssystem habe, finde ich deine neue Bewertung natürlich besser als die alte.
    (Ich finde auch das Artwork nur schwer in Zahlen auszudrücken ist)

    Nebenbei bemerkt finde ich es cool, dass bei dir auch wirklich Sterne zu sehen sind! 🙂
    Hätte so was auch gerne.

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  6. der Nachbar sagt:

    Moin Ratzfatz,

    das ist relativ einfach zu bewerkstelligen. Mach dir entsprechende Grafiken; ich hab meine mit Inkscape (http://inkscape.org/) gemacht und binde sie als Bilder im Text ein. Probier es mal aus. 😉

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  7. Ratzfatz sagt:

    Danke für den Link! Werde mich heute Abend damit auseinandersetzen.

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  8. […] German: Mort : der Scheibenwelt-Comic […]

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