Thementage: Frauenpower II

Review #80: Ms. Marvel #1, Mai 2006, Marvel Comics

Grüße und so!

Im Rahmen der ersten Craytons Comic-Blog Thementage, welche unter dem Motto Frauenpower stehen, präsentiere ich euch: Miss Marvel
Wie ihr vielleicht schon wisst, ist Crayton der Fachmann von uns beiden, wenn es um Comicfiguren aus dem Marvel- bzw. DC-Universum geht. Ich muss also gestehen, dass ich vor unseren Thementagen nicht so viel oder genauer gesagt gar nichts mit Miss Marvel am Hut hatte. Den Namen kannte ich zwar, aber wer genau hinter dieser Figur steht, war mir bisher nicht bekannt. Aufgrund der Thementage habe ich mich nun etwas näher mit dieser Superheldin befasst und ein Review zu der Erstausgabe ihrer eigenen Serie aus dem Jahr 2006 geschrieben.

Storytitel: Best of the Best

Inhalt: Carol Danvers alias Miss Marvel steckt in einer kleinen Persönlichkeitskrise. Was macht sie also als Frau? Sie trifft sich mit ihrer besten Freundin Jessica Drew (Spider-Woman) und erzählt ihr von ihren Sorgen. Ms. Marvel hatte als Superheldin zwar schon so manche Leben gerettet, Außerirdische besiegt und sonstige Gefahren abgewehrt, aber so richtig glücklich scheint sie momentan nicht zu sein. Die Leute haben offensichtlich vergessen, dass es sie überhaupt noch gibt. Dies wird ihr nochmal deutlich, als sie einen Überfall vereitelt und der Superschurke sie doch tatsächlich fragt: Who the hell are you supposed to be anyway?
Als ehemaliges Mitglied der Airforce, der NASA, der Homeland Security und sogar der Rächer fühlt sie sich enorm in ihrem Stolz verletzt und kann dies nicht länger auf sich sitzen lassen. Nachdem Carol dann noch einen Termin mit einer PR-Agentin für Superhelden hatte, der nicht so ganz ihren Erwartungen entsprach, ist für sie das Maß endgültig voll. Sie fasst einen Entschluss, besinnt sich wieder auf ihre alten Tage und steigert ihre Aktivitäten als Superheldin indem sie wieder regelmäßig auf Patrouille geht.
Während eines solchen Patrouillenfluges entdeckt Miss Marvel soetwas wie einen Kometen, der mit rasender Geschwindigkeit an ihr vorbeifliegt. Sie nimmt die Verfolgung auf und kontaktiert währenddessen Captain America mit der Bitte um Unterstützung. Allerdings ist dieser gerade selber mit Verbrecherjagd beschäftigt, so dass die Superheldin nun auf sich alleine gestellt ist. Sie fliegt also weiterhin dem unbekannten Ding mit Höchstgeschwindigkeit hinterher und geht dabei bis an ihre Grenzen, da das hohe Tempo stark an ihren Kräften zehrt. Die Verfolgungsjagd endet jedoch abrupt über einer Kleinstadt, als Ms. Marvel von dem unbekannten Etwas abgeschossen wird und für kurze Zeit ihr Bewusstsein verliert. Nachdem sie wieder zu sich kommt, ist überall um sie herum das Chaos ausgebrochen. Gefährliche Monster aus dem All wüten durch die Straßen und verfolgen die hilflosen Stadtbewohner.
Wird es Carol Danvers/Ms. Marvel gelingen, alleine mit der außerirdischen Bedrohung fertig zu werden und die noch überlebenden Bewohner vor den tödlichen Aliens zu beschützen?

Story: Der Comic startet mit einer kurzen Actionsequenz, verläuft sich dann aber in zu vielen Dialogen. Im letzten Drittel steigt die Spannungskurve dann wieder an und endet mit einem typischen Cliff-Hanger. Anfangs war ich etwas enttäuscht, da die Comicfigur für eine Erstausgabe ihrer eigenen Serie für meinen Geschmack nicht gut genug vorgestellt wurde. Klar, Ms. Marvel hatte schon vor dieser Ausgabe viele Auftritte z.B. bei den Rächern und sogar vor mehreren Jahrzehnten eine eigene Serie bei Marvel. Diese Miss Marvel war allerdings eine andere und nicht Carol Danvers. Auf den ersten Blick fand ich die Story dieser Erstausgabe sogar etwas platt und eintönig.
Bei näheren Hinsehen bin ich aber über die Art und Weise wie die Story präsentiert wurde, manchmal positiv überrascht worden. So fand ich beispielsweise die Stelle mit der PR-Agentin ganz interessant. Die Darstellung von Superhelden als Menschen des öffentlichen Lebens wie z.B. Schauspieler oder Pop-Stars, die Interviews geben und auf gute Publicity aus sind, hat mich doch etwas verdutzt und ich mußte schon ein kleinwenig schmunzeln. Aber das ist wohl ein typisches amerikanisches Merkmal, das selbst vor Darstellungen in Comics nicht Halt macht: Showbusiness.
Auch die Stelle an der Carol mit dem Handy(!) während ihrer Verfolgungsjagd Captain America um Hilfe bittet, fand ich gut umgesetzt. Mal von der äußerst abstrusen Darstellung abgesehen, dass sie während eines Fluges mit dreifacher Überschallgeschwindigkeit telefoniert (That’s what I get for making phone calls at mach 3) und auf der gegenüberliegenden Seite Captain America ganz lässig mit ihr telefoniert, während er sich mit unzähligen Schurken rumprügelt, ist der Inhalt des Gesprächs doch ganz interessant und verrät etwas über die Figur Miss Marvel. So bittet sie in ihrer Unsicherheit ihren ehemaligen Teamgefährten um Hilfe, sträubt sich jedoch dagegen, seinen Rat zu folgen und die Fantastischen Vier zu kontaktieren, da sie mal was mit Johnny Storm hatte und seitdem den Kontakt zu ihnen meidet. Storytechnisch endet der Comic genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich am höchsten Punkt der Spannungskurve, d.h. mit dem Gegnübertreten unserer Superheldin mit den feindlichen Aliens.
Wie anfangs bereits erwähnt, kannte ich die Figur Ms. Marvel vor unseren Thementagen gar nicht. Mittlerweile weiß ich ja schon ein bißchen mehr über sie und ich muss zugeben, dass die gerade besprochene Ausgabe schon etwas meine Neugierde geweckt hat. Vielleicht werde ich auch in Zukunft die Abenteuer von Carol Danvers alias Miss Marvel verfolgen. Für die Story vergebe ich aber trotzdem nur fünf Punkte.

Zeichnungen: Die grafische Umsetzung finde ich hingegen gut gelungen. Die klaren Linien, satten Farben, ineinanderübergehenden Panels und die dynamischen Actionszenen gefallen mir wirklich gut. Leider werden die Aliens am Ende des Comics nur auf einer (der letzten) Seite gezeigt, was ich etwas schade finde. Hier hätte man den Viechern aus dem All ruhig etwas mehr Darstellungsraum zugestehen können. Nebenbei bemerkt, erinnern sie mich stark an die Zerg aus Starcraft. Für die grafische Umsetzung gibts von mir sieben Punkte.

Fazit: Von einer Erstausgabe, auch wenn es die Comicfigur schon vorher in anderen Serien gegeben hat, erwarte ich eine etwas genauere Vorstellung der Figur. Mehr Hintergrundwissen über Carol Danvers/Miss Marvel wäre hier wünschenswert gewesen. Es ist immer äußerst schwierig, als Außenstehender in einer laufenden Serie Fuß zu fassen. Daher ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, gerade in den ersten Ausgaben einer neuen Serie den Leser mit der Hauptfigur vertraut zu machen. Mich hat Ms. Marvel #1 jetzt nicht gerade umgehauen und zu einem Fan gemacht, aber ich fand es dennoch ganz in Ordnung und werde diese Comicfigur auch weiterhin im Auge behalten und vielleicht noch mal von ihr berichten.

Die Künstler: Brian Reed (Autor), Roberto De La Torre (Zeichner), Jimmy Palmiotti (Tuscher), Chris Sotomayor (Kolorist) und Dave Sharpe (Texter)

Die Bewertung:
Story ………….. 5/10
Zeichnungen .. 7/10
Gesamt ……….. 6/10

5 Responses to Thementage: Frauenpower II

  1. Verena sagt:

    Ich hatte bisher noch kaum Kontakt mit Ms. Marvel. Irgendwie reizt mich diese Figur auch nicht so. Dennoch ein gutes Review von dir!

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  2. HenrX sagt:

    Ms. Marvel funktioniert alleine irgendwie auch nicht^^ ich hab etliche Hefte während der Secret invasion gelesen oder auch bei Dark Reign und diese waren grösstenteils öde^^ nie mehr als Durchschnittsware

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  3. Proctor500 sagt:

    Da gebe ich dir Recht. Bin auch der Meinung das Ms. Marvel als Soloheldin nur Durschnitt ist. Als Mitglied der New Avengers ist sie aber ok.

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  4. Ratzfatz sagt:

    Ms. Marvel hätte schon sehr viel Potential, aber hat die falschen Autoren. Wenn du sie nur während des Dark Reigns und der SI gelesen hast, hast du auch nur Brian Reed gelesen.
    Wie stehst du ansonsten zu Brian Reed?

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  5. Ratzfatz sagt:

    Als Mitglied der NEW Avengers? Sie war erst ab des Dark Reigns bei den New Avengers und hatte dort praktisch nichts zu tun. Ich kann mich jetzt auf die schnelle nur daran erinnern, dass sie in ner „ungewöhnlichen“ Pose ferngesehen hat und wahrscheinlich kann man ihre Dialogbeiträge auch mit einer Hand abzählen.

    Ms. Marvel war bei den alten Avengers, bei den Starjammers, den X-Men und Anführerin der MIGHTY Avengers. Wenn sie dir von all diesen Gruppen als Mitglied der New Avengers am Besten gefällt, magst du den Charakter wohl wirklich nicht oder hast dich einfach noch zu wenig mit ihr auseinandergesetzt…

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