Review #76: The Amazing Spider-Man #564, September 2008, Marvel Comics

Hallo Leute,

heute habe ich mal wieder die Zeit für ein Review. Diese Amazing Spider-Man Ausgabe fand ich höchst interessant.

Besonders die Art wie die Story gestaltet wurde hat mein Interesse geweckt. Doch dazu später mehr.

Storytitel: Threeway Collision

Inhalt:

Das Heft fängt damit an, dass sich Spider-Man gerade bei der Verfolgung des Schurken Overdrive befindet. Als er diesen stellen kann, kommt auch noch der Polizist Vin Gonzales, mit dem mittlerweile auch Peter Parker zusammen in einer WG wohnt, dazu und versucht beide zu verhaften. Im Folgenden bekommt der Leser die Geschichte aus allen drei Blickwinkel dieser Personen zu sehen. Man erfährt was Spidey, Overdrive und Vin Gonzalez vorher gemacht haben, wie sie jeweils diese Verfolgungsjagd erlebt haben, und wie es danach mit ihnen weitergeht.

Story:

Diese Geschichte jeweils aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der drei zu erzählen, fand ich sehr interessant. Das erinnert an das Samurai-Epos Rashomon von Regisseur Akira Kurosawa, indem ein Verbrechen während der Zeit der Samurai auch aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt wird. Doch zurück zum Comic: Marc Guggenheim übernimmt hier die Spider-Man-Perspektive, Bob Gale die von Vin Gonzales und Dan Slott erzählt diese Episode aus der Sicht des schurkischen Overdrive. Auch das das Davor und das Danach hier für alle drei Personen erzählt wird, gibt einen interessanten Einblick in die Welt dieser drei Personen. Meist wird so ein Kampf ja nur aus der Sicht des Helden gezeigt und man bekommt von den Gedanken und Eindrücken der anderen handelnden Personen wenig oder gar nichts mit. So erfährt man hier zum Beispiel mehr über die Beweggründe von Polizist Gonzales für seine Antipathie gegenüber Spider-Man. Der Schurke Overdrive, der sein Debüt ja in „ The Amazing Spider-Man Swing Shift“ (siehe dazu Review #6) gab, ist ja bei den Fans sehr umstritten. Der Mann der mit einer Berührung ein Fahrzeug „aufpimpen“ kann, wird von den einen gemocht und von den anderen eher als lächerlicher drittklassiker Schurke gesehen. Ich finde ihn eigentlich ganz lustig. Klar diese Anspielung auf die Serie „Pimp my Ride“ kann man so oder so sehen, aber gut gefällt mir an ihm zum Beispiel, dass er ein absoluter Fan von Spidey und so ein Duell mit dem Netzschwinger für ihn eine Ehre ist. Ansonsten fand ich den Auftritt seines Auftraggebers Mr. Negative gut. Der Typ gefällt mir. Allerdings hat sein Erscheinen hier jetzt auch kaum eine Auswirkung auf die Story. Die drei Autoren arbeiten hier gut zusammen und schaffen es, eine sehr stimmige Geschichte zu erzählen. Von mir gibt es hier 7 Punkte.

Zeichnungen:

Zeichner Paulo Siqueira, den viele bestimmt durch seine Arbeiten für DC´s Birds of Prey oder Marvels Ms. Marvel kennen, liefert hier gute Zeichnungen ab. Besonders sein Spider-Man hat mir gut gefallen. Aber auch die anderen Personen setzt er gut in Szene. Das Artwork ist mir hier insgesamt auch 7 Punkte wert. Auch das Cover, das ja von Chris Bachalo gestaltet wurde hat mir gut gefallen. Obwohl ich ja, wie schon hier erwähnt Bachalo nicht für den idealen Spider-Man Zeichner halte, hat er mich mit diesem Cover zumindest mal überzeugt. Es ist wie so eine kleine Inhaltsangabe der Story gestaltet, ohne dabei aber zu viel zu verraten.

Noch ein paar Gedanken zum Heft:

Was mich ein wenig wunderte, war die Tatsache das dieses Heft wohl ebenfalls Inhalt des Tradepaperback „The Amazing Spider-Man: Kraven´s First Hunt“ ist. Diese Storyline die sich durch die nächste drei Hefte (ASM #565 – 567) hat mit dieser Geschichte aber nicht direkt zu tun. Da ich diese Hefte alle einzeln besitze habe ich natürlich das ganze nicht als Trade gelesen und bin erst durch Panelwars (hier) darauf aufmerksam geworden, das diese vier Hefte dann in einen Trade gepackt wurden. Das wundert mich da die Geschichte hier ja eine Einzelstory ist und die nächsten drei Hefte dann wieder ein eigene Storyline eben „Kraven´sFrist Hunt“ beinhalten. Diesen drei Teiler werde ich übrigens demnächst auch reviewen.

Eine andere Sache ist, dass mir beim jetzt für dieses Review nochmaligen lesen des Heftes zwei nette Kleinigkeiten aufgefallen sind, die ich vorher übersehen hatte. So steht auf dem Nummernschild des Taxi, das Vin für die Verfolgung benutzt CIV WAR drauf, was wohl eine Anspielung auf Marvels 2006/2007 Event „Civilwar“ ist. Nett auch das die Nummer des Schulbusses, in dem ein Teil des Kampfes stattfindet, die Nummer 564 hat, welche mit der Heft Nummer hier übereinstimmt. Solche Kleinigkeiten gefallen mir auch immer ganz gut.

Fazit: Wieder einmal ein sehr lesenswertes Heft vom guten alten Spider-Man

Die Künstler:

Autoren: Marc Guggenheim, Bob Gale, Dan Slott

Zeichner: Paulo Siqueira

Tuscher: Amilton Santos, Paulo Siqueira

Farben: Antonio Fabela

Cover: Chris Bachalo

Die Bewertung:

Story: 7/10

Zeichnungen: 7/10

Gesamt: 7/10

9 Responses to Review #76: The Amazing Spider-Man #564, September 2008, Marvel Comics

  1. HenrX sagt:

    Fand das heft recht gelungen. und auch das das aus der Sicht aller drei erzählt wird find ich recht gut. in den redaktionsseiten des deutschen Heftes steht das das eine Homage an Akira Kurosawas Samuraifilm Rashomon sein soll 😉

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  2. Crayton sagt:

    Ja, das war eine richtig gute Story. Speziell wegen diese Erzählweise.

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  3. comicfanboy sagt:

    Das mit den 3 Perspektiven hört sich sehr interessant an. Denke es ist auch gar nicht so einfach für die Autoren so eine Geschichte zu schreiben, ich meine so das sie dann auch passt.

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  4. HenrX sagt:

    ich denke mal das hamse so wie beim hongkong Film Triangle gemacht. da hat man 3 regiseure für einen Film. jeder hat 30 Minuten. wenn der erste fertig ist mit seinen 30 Minuten schaut sich der nächste das an und baut darauf auf. so ähnlich hat man das hier sicherlich auch gemacht nur nicht so aufwendig

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  5. comicfanboy sagt:

    Hi HenrX.
    Den Film kenne ich gar nicht, aber es hört sich schon logisch an was du da sagst. Die gesamte Handlung ist hier bestimmt vorher zwischen den drei Autoren grob umrissen worden und dann hat einer losgelegt. Und die anderen haben darauf aufgebaut, wie du schon sagst.

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  6. Ratzfatz sagt:

    Die hatten nicht nur 3 Regisseure sondern sogar 3 unterschiedliche Produktionsteams

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  7. Ratzfatz sagt:

    Woah! Sorry, aber ich hab mir jetzt extra nochmal den Trade zur Hand genommen und muss dir massiv widersprechen!

    Auch wenn ich den Ansatz gut finde, habe ich in keinster Weise mitbekommen dass es sich hier um 3 verschiedene Autoren“Sichtweisen“ handelt. Die Geschichte liest sich wie jede andere Spidey Geschichte…

    Du schreibst:
    „Auch das das Davor und das Danach hier für alle drei Personen erzählt wird, gibt einen interessanten Einblick in die Welt dieser drei Personen.“

    Nein, überaupt nicht! Während Spidey Overdrive hinterherjagt, geht Vin mit seinem Vater zu nem Baseball-Match. Das hätte Dan Slott oder sonst wer auch alleine so geschrieben. Und das man Overdrive zusammen mit Mr. Negative sieht erklärt ja nur von wem Overdrive den Auftrag bekommen hat. Wo ist da der Einblick in die Welt der Beiden?

    Die Autoren unterscheiden sich hier ja nicht mal im Schreibstil sehr untereinander. Es wär vielleicht spannend gewesen wenn man Garth Ennis und Fred van Lente in eine Story gepackt hätte, aber so… Diese 3 Autoren sind zwar alle gut, aber (zumindest hier) nicht sehr verschieden.

    Das ist ne Filler-Story gewesen die man den Lesern durch den Autoren-Gag nur schmackhafter machen wollte, da die das Heft ansonsten ausgelassen hätten.

    Und weil der Filler eben so kurz ist, wurde er im Trade auch mit dem Folge-Arc zusammengepackt.

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  8. Crayton sagt:

    Hi Ratzfatz,
    warum entschuldigst du dich dafür wenn du mir widersprichst? Bin immer an konstruktiver Kritik interessiert und finde es nicht schlecht wenn unterschiedliche Meinungen aufeinander Treffen. So kann man auch mal diskutieren
    Mir war durch dein Review sowieso schon klar das du es anders siehst. Das sich die Autoren in ihrer Schreibweise ähnlich sind, da stimme ich dir zu. Finde das nicht schlimm. Dadurch ist es für sie auch leichter eine stimmige Geschichte zu schreiben, da alle drei auf einer Wellenlänge sind. Gute Autoren sind die drei. Auch da stimme ich dir zu. Das du eine Kombination van Lente/Ennis interessanter fändest, auch das könnte ich mir ebenfalls als interessant vorstellen.
    Nun Sachen die ich anders sehe: Denke doch (wie schon geschrieben) das die unterschiedlichen Sichtweisen einen interessanten Einblick in die Welt der Figuren gibt. Bei Overdrive kann man sicher drüber streiten. Aber Vin wird einem hier doch schon näher gebracht. So erfährt man eben aus seiner Sicht zum Beispiel warum er Spidey nicht mag. Und das ist ja durchaus nicht unwichtig für später (will nicht spoilern).
    Werde übrigens demnächst auch „Kravens First Hunt“ reviewen. Der Arc ist ja auch in deinem Trade enthalten. Mal sehen was du dann dazu sagst. Denke da könnten wir auch unterschiedlicher Meinung sein. Hoffe auch da auf deinen Kommentar dann. Sowieso hoffe ich weiterhin auf deine Kritik/oder Lob und Zustimmung, je nachdem wie deine Meinung ist.

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  9. Ratzfatz sagt:

    Also erstens hab ich mich entschuldigt, weil ich das immer irgendwie seltsam finde andere Leute auf ihrem Blog so vehement zu wiedersprechen.

    Ich finde ja auch nicht, dass es ein Fehler gewesen wäre, dass man Vins private Seiten gezeigt hat, bzw. dass dies nicht gut gemacht worden wäre. Ich glaube nur dass diese auch von 1 Autor genauso geschrieben worden wäre. Auch was die „Sichtweisen“ betrifft, haben wir wohl andere Begriffs-Auffassungen. Zumindest wenn wir von 3 Sichtweisen von 3 Figuren/Autoren sprechen.

    Verschiedene Sichtweisen sind für mich wenn man 1 Ereigniss aus 2 Blickwinkeln darstellt. Hier hat man nur erklärt warum Vin Spidey nicht mag.
    Es gibt auch keine 3 verschiedene Sichtweisen von der Verfolgungsjagd mit Overdrive.
    Da hätte man dann einmal zeigen müssen wie Spidey das sieht und dabei alles andere komplett ausblenden, dann nochmal von vorne starten und das selbe mit Overdrive machen und am Ende noch einmal mit Vin. Dann sind es 3 Sichtweisen.

    Also mir ist das wirklich überhaupt nicht aufgefallen, dass sich die 3 Autoren die Story auf irgendeine besondere Weise aufgeteilt hätten.

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