Review #69: Killer of Demons #1-3, 2009, Image Comics

Hallo zusammen,

an diesem Wochenende stelle ich euch eine dreiteilige Miniserie vor, welche ab März 2009 monatlich bei Image Comics erschienen ist und in der ein gewöhnlicher Büroangestellter zu Gottes unfreiwilligen Dämonenjäger wird… oder spielt ihm seine Fantasie doch nur einen bösen Streich?

Inhalt: Dave Sloan, ein einfacher Büroangesteller, hat eine außergewöhnliche Gabe. Oder ist es doch eher ein Fluch? Er hat den Eindruck, hinter die Fassade seiner Mitmenschen sehen zu können und sie als das zu erkennen, was sie tatsächlich sind. Und das sind in einigen Fällen fiese Dämonen, die normale Menschen dazu verleiten noch fiesere Dinge zu vollbringen. Doch damit nicht genug. Dave wird darüberhinaus von einem kleinen Engel begleitet, der ihm gehörig auf die Nerven geht und ihm bei seinen Aufeinandertreffen mit Dämonen ständig in den Ohren hängt, diese doch bitte möglichst schnell zu killen.
Der erste Teil der Serie führt den Leser gut ins Setting ein. Dabei geht es schon von Anfang an zur Sache und bereits nach den ersten sieben Seiten gibt es einen Dämonen weniger auf der Welt. Die Charaktere des Comics, vor allem die Hauptfigur Dave, werden im Laufe der Geschichte vorgestellt und man erfährt im Rückblick, wie er zum Dämonenjäger auserkoren wurde.
Im zweiten Teil der Trilogie muss sich Dave ersteinmal aus einer Irrenanstalt befreien, in die er sich pikanterweise selbst hat einweisen lassen. Denn allmählich zweifelt er immer mehr an seiner Bestimmung als Dämonenjäger bzw. an seinem Verstand. Es wird nun verstärkt darauf eingegangen, dass es vielleicht gar keine Dämonen gibt und Dave tatsächlich den Verstand verliert. Nachdem ihm aber die Flucht gelungen ist, muss er sich mit ein paar Satanisten (oder sind es doch etwa nur normale Bürger?) rumprügeln und wird zum Schluss von seinem Boss zu einem Treffen in die Firma beordert. Es braut sich was zusammen.
Denn wie es sich im dritten und letzten Teil herausstellt, ist Daves Chef ein fieser Oberdämon. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen, in denen Dave bis an die Zähne bewaffnet durch die Büros stürmt und dabei den Dämonen kräftig in den … tritt. Aber sein Chef ist eine harte Nuss und der Showdown wird heftiger als erwartet.

Story: Würde man Killer of Demons mit Filmen vergleichen, würden mir als erstes Shaun of the Dead, Constantine, Sie leben! und Falling Down einfallen.
Die Idee einen 08/15-Normalo-Typen zu Gottes auserwählten Dämonenjäger zu machen, ist an sich nicht so der Bringer. Das Besondere hierbei ist aber der Umstand, dass es nie so richtig klar ist, ob Dave tatsächlich auserwählt wurde und es wirklich Dämonen sind, die er da seitenweise abmetzelt. Oder ob es sich nur um normale Menschen handelt und Daves Fantasie ihm einen bösen Streich spielt. Dieser Aspekt zieht sich konsequent durch die ganze Trilogie und macht die Story damit umso spannender.
Was mir auch positiv aufgefallen ist, sind die vielen kleinen Details, die in der Serie immer wieder mal auftauchen und dem aufmerksamen Leser ins Auge springen. Von Dilbert-Postern über Atomic-Robo-Heften bis hin zu einem Dungeons&Dragons-Spielerhandbuch ist hier einiges vertreten.
Für die Story vergebe ich acht Punkte.

Die Zeichnungen erinnern mich etwas an Red von Warren Ellis, nur noch etwas kantiger und eckiger gezeichnet. Einige von euch wissen ja mittlerweile schon, dass meine Lieblingszeichenstile die der 90er Jahre-Marvel/DC-Ära, Fotorealismus und klassische Mangastile sind. Nichtsdestotrotz finde ich den vorliegenden Zeichenstil auch durchaus ansprechend und gerade bei diesem Comic total gelungen. Wären hier die Panels im Stile von Katsuhiro Otomo oder Erik Larsen und Co. gezeichnet worden, würde der Comic vermutlich sehr stark in eine reine Splatter-Ecke abdriften. So schaffen es die Zeichnungen aber immer wieder die eigentlich düstere und beklemmende Atmosphäre aufzulockern und der ganzen Sache etwas vom Ernst der Lage zu nehmen.
Für Zeichnung & Co. gebe ich sieben Punkte.

Fazit: Mir hat die Geschichte von Dave Sloan, dem Killer of Demons, viel Spass gemacht und ich habe alle drei Hefte hintereinander weggelesen. Wie in meinem letzten Review war auch hier mehr die Story als die grafische Umsetzung für mein Interesse am Comic ausschlaggebend. Vor allem der ständige Zweifel des Protagonisten (ist er wirklich der Auserwählte oder bloß ein verrückter Amokläufer?) macht diese Miniserie so spannend. Sprich: gut verpackte Comicunterhaltung.

Die Künstler: Christopher Yost (Autor), Scott Wegener (Zeichnungen), Ronda Pattison (Kolorierung) und Thomas Mauer (Text)

Die Bewertung:
Story …………….8/10
Zeichnungen .. 7/10
Gesamt …………8/10

9 Responses to Review #69: Killer of Demons #1-3, 2009, Image Comics

  1. austrofrenchie sagt:

    Das war so ziemlich die beste Review die ich in eurem Blog gelesen habe oder zumindest der erste der mir so positiv aufgefallen ist. Respekt. Und das meine ich wirklich ernst. So eine feinsinnige Review habe ich selten gelesen.
    Ich habe Killers of Demons durch donnblack gelesen und fand es sensationell: ich finde Yost hat die perfekte Mischung aus Humor, Action und geilen Twists gefunden. Durch Wegeners Zeichnungen hat das Ganze auch eine unglaublichen Drive und es macht einfach einen Heidenspaß. Beim zweiten Lesen habe ich mich dann total auf das Artwork fokusiert, und fand es immer besser. Einfach rundum gelungen :).

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  2. der Nachbar sagt:

    N’abend austrofrenchie,

    danke fürs Lob. Soetwas motiviert ungemein und spornt an, auf dem Level weiterzuarbeiten bzw. noch besser zu werden.
    Vor allem da du die Comics auch selber bereits gelesen hast und somit im Bilde bist, ist es nochmal so interessant dein Feedback zu lesen.

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  3. RedRobin sagt:

    Cooles Review!
    Hab die Serie gelesen und ich habe sie geliebt. Wie austrofrenchie schon gesagt hat die perfekt Mischung aus (schwarzen) Humor, Action, Twists und Artwork.
    Hab die Serie im Trade gekauft und war wohl mein Trade 2010.

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  4. Ratzfatz sagt:

    Tolle Review, auch wenn das mit dem Chef als Dämon dann doch schon ein Spoiler war. Macht mir aber nix aus weil ichs eh schon gelesen (und auch reviewed) habe. Bin aber zum selben Schluss gekommen: Killer of Demons rockt gewaltig! 😉

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  5. der Nachbar sagt:

    Hey, danke. Aber mit dem Trade 2010 haste dich doch bestimmt vertan, oder? Das Jahr hat doch gerade erst angefangen. Da wird doch noch einiges auf uns zukommen. 😉

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  6. der Nachbar sagt:

    Thx, Ratzfatz. Naja, so ein richtiger Spoiler ist es ja nicht. Zum einen deutet Dave (der Dämonenkiller) es ja bereits im ersten Teil selber an und zum anderen habe ich ja nichts genaueres zum Ausgang des Kampfes geschrieben.

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  7. RedRobin sagt:

    Wollte natürlich 2009 schreiben 😉

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  8. comicfanboy sagt:

    Wenn ihr das alle hier so lobt. Werde ich mir diese Hefte auch mal besorgen!

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  9. Verena sagt:

    Habe diese Mini auch gelesen. War echt gut. Auch ziemlich witzig teilweise. Gutes Review!

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