Comic-Klassiker der Woche Folge 12: The Amazing Spider-Man #300, Mai 1988, Marvel Comics

Hallo Leute,

in meiner Reihe Comic-Klassiker der Woche möchte ich ein ganz besonderes Heft der Reihe „The Amazing Spider-Man“ besprechen.

Die 300.Ausgabe dieser fantastischen Reihe, brachte 1988 das Debüt von Venom, der sich  zu einem der gefährlichsten und vor allem besten Feinde (meine Meinung) von Spider-Man entwickelte. Wobei Debüt ist hier nicht ganz korrekt, da er schon ein Heft früher in Nummer 299 einen kurzen Auftritt hatte. Aber hier kommt es zur ersten Konfrontation zwischen Spidey und eben Venom.

Storytitel: Venom

Inhalt: Peter findet bei seiner Rückkehr nach Hause eine völlig verängstigte Mary Jane vor. Diese berichtet ihm mit zittriger Stimme, wie sie von Venom aufgesucht wurde (in Heft 299). In Rückblicken erfährt der Leser nochmal wie Peter das Symbionten-Kostüm auf einem anderen Planeten bekommen hatte (siehe Secret Wars Teil 8, bei mir in Klassiker Folge 2 besprochen), die Fanstastic Four später feststellten das es sich beim Kostüm um einen Alien-Symbionten handelte, wie es später versuchte mit Peter ganz zu verschmelzen (Heft 258) und es vermeintlich durch den ohrenbetäubenden Lärm einer riesigen Kirchenglocke letztendlich starb (Web of Spider-Man Vol.1 #1). Nun stellte es sich heraus dass das Alien nicht gestorben war sondern sich mit jemandem verbunden hatte der Peter/Spider-Man ebenso hasste wie es selber. Diesen Menschen fand das Alien in Eddie Brock. Der war durch einen Fall den Peter als Spider-Man aufgeklärt hatte beruflich ruiniert worden (dauert hier zu lange das genauer zu erklären, hat mit den Sin-Eater Morden zu tun) und hasste Parker ebenso stark wie das Alien ihn hasste, weil er es zurückgewiesen hatte. Durch das verschmelzen mit dem Alien wußte Eddie alles was es auch wußte also auch das Peter Spider-Man ist. Beide werden so nun zu Venom, Spider-Mans bis dato gefährlichsten Feind. In diesem Heft kommt es dann zum ersten Duell der beiden. Dieses kann Spider-Man nur mit sehr viel Glück siegreich gestalten, da Venom ihm körperlich klar überlegen ist und außerdem seinen Spinnensinn nicht auslöst, was ihn umso gefährlicher macht…

Kurze Info zum Heft: Viele die das Heft gelesen haben und nicht so mit den vorangegangenen Ausgaben von Spider-Man vertraut sind werden sich wundern das hier sowohl Eddie Brock als auch Peter ein schwarzes Kostüm tragen. Bei Eddie ist es das Alien-Kostüm das Peter in Secret Wars bekam. Peter selber trägt hier ein normales Kostüm, das nur genauso aussieht wie das Alien-Kostüm. Als Peter damals klar war das es sich bei seinem schwarzen Kostüm um einen lebenden Symbionten handelte hat er es abgelegt. Dann war er kurzfristig wieder in seinem rot-blauen Dress unterwegs. Von Black Cat bekam er dann später wieder ein schwarzes Kostüm genäht, das eben wie der Symbiont aussah, weil sie mit Peter im Partnerlook auftreten wollte.

-Das wurde wohl damals von den Spider-Man Machern so gemacht, weil das schwarze Kostüm bei den Lesern unheimlich beliebt war, dieses aber durch die eben beschriebenen Ereignisse ja von Peter abgelegt wurde. So konnten sie Spider-Man weiter im schwarzen Kostüm seine Abenteuer erleben lassen.-

Story: Ich finde diese Geschichte richtig gut, da hier ein wirklich von mir sehr geliebter Superschurke mit Venom eingeführt wird. Eddie Brock und der Alien-Symbiont werden beide durch ihren Hass auf Peter getrieben und bilden ein perfektes Paar. Auch die Idee, das sie Spider-Mans Spinnensinn nicht auslösen und seine wahre Identität kennen finde ich sehr gut. Das eröffnete auch für die Zukunft viele gute Möglichkeiten. Ich mag Autor Michelinie sowieso. Er hatte einen fantastischen Run bei Spider-Man. Auch bei Superman hatte er schon einige gute Stories geschrieben. Mit Venom hat er es einmal mehr verstanden einen interessanten Schurken zu schaffen. Nett auch seine Idee am Ende des Heftes: Da Mary Jane von ihrer Begegnung mit Venom stark mitgenommen ist, bittet sie Peter das schwarze Kostüm nicht mehr zu benutzen. Da Peter von seinem rot-blauen alten Dress glaubt kein Exemplar mehr zu haben, gibt sie ihm ein rot-blaues Kostüm das er bei einem Besuch in Deutschland mal erworben hatte. So schwingt er auf der letzten Seite wieder in seinem klassischen Dress, diesmal „Made in Germany“ wieder durch die Strassen New Yorks. Das war damals ein kleines Geschenk von Marvel an ihre Partner den Condor Verlag, die in Deutschland die Marvel Geschichten herausbrachten. Da Spider-Man außerhalb der USA besonders in Deutschland beliebt war, hatte Marvel sich diese Geste ausgedacht. Eine schöne Sache wie ich auch heute noch finde. Für die Story gibt es von mir hier die vollen 10 Punkte.

Zeichnungen: Der Zeichner hier ist Todd McFarlane. Der spätere Spawn-Erfinder ist in diesem Heft zwar noch nicht ganz auf seinem künstlerischen Höhepunkt, aber seine Klasse ist auch hier schon deutlich zu erkennen. Seine Art zu zeichnen, diese Dynamik, war vielen hervorragenden Künstlern ein Vorbild. So haben sich später vor allem Leute wie Erik Larsen (Savage Dragon) und Mark Bagley (der später auch die ersten 111 Ausgaben von Ultimate Spider-Man zeichnete) an seinem Stil orientiert und diesen später noch durch ihre eigene Interpretation, meiner Meinung nach, verbessert. Gerade diese beiden von mir genannten Künstler zeichneten in den 90er Jahren einige der vom Artwork her besten Ausgaben von Amazing Spider-Man. Da McFarlane seine Zeichnungen hier auch selber inkt, bekommt man ihn wirklich pur zu sehen. Warum ich hier 9 statt 10 Punkte vergebe liegt nur daran, das ich Erik Larsen und Mark Bagley noch einen Tick besser finde und McFarlane hier auch, wie gesagt, noch nicht ganz auf seinem Höhepunkt ist.

Fazit: Dieses Heft lese ich auch heute noch immer wieder gerne. Ein wirklich gutes Comic-Heft, das Gott sei Dank Teil meiner großen Sammlung ist.

Die Künstler: Autor David Michelinie, Zeichner Todd McFarlane, Tuscher Todd McFarlane, Farben Bob Sharen, Cover Todd McFarlane

Die Bewertung: Story 10/10, Zeichnungen 9/10, Gesamt 9,5/10

9 Responses to Comic-Klassiker der Woche Folge 12: The Amazing Spider-Man #300, Mai 1988, Marvel Comics

  1. der Nachbar sagt:

    der sich zu einem der gefährlichsten und vor allem besten Feinde (meine Meinung) von Spider-Man entwickelte.… dem stimme ich zu.

    Und ganz oben, quasi on-top of all enemies stands: Carnage! (der verrückte Metzger) 😉

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  2. Crayton sagt:

    Ja den hat glaube ich Mark Bagley dann in den 90 er erschaffen. Die Hefte habe ich auch. Wären was für die Klassiker. Carnage steht auch für die aufkommende Brutalität in den 90er Jahren.

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  3. der Nachbar sagt:

    Stichwort: Brutalität
    Das Thema hätte mal einen eigenen Beitrag verdient. Speziell im Hinblick zur Entwicklung ebendieser in den Comics der letzten Jahre(zehnte).
    Hm, ich hab gehört, da ist schon was in der mache…

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  4. Crayton sagt:

    ja da wird was zu kommen.:-)

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  5. comicfanboy sagt:

    Fand Venom auch immer Klasse. Carnage war mir fast schon zu brutal wie ihr ja schon gesagt habt. Über Brutalität könnt ihr ruhig nen Beitrag machen das ist auch mal was was man ansprechen könnte. Weiter so.

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  6. Crayton sagt:

    Hi comicfanboy,
    ich finde beide gut. Aber klar Carnage ist ein brutaler wie mein Kollege sagt Metzger wärend Venom ja nur Spider-Man hasst und die die ihm helfen und sonst nicht grundsätzlich etwas gegen andere hat und auch keine Bürger anfällt oder so. Der Beitrag über das Thema „Brutalität“ kommt bald mal, weiss aber noch nicht wann.

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  7. Robby sagt:

    Also ich fand Eddie Brock als Venom auch immer am besten. Aber auch Carnage hatte mir gefallen. Seine irre blutrünstige Art hat ihn so unberechenbar gemacht. Der aktuelle Venom ( ich glaube der Typ war vorher der Skorpion) gefällt mir nicht so. Eddie Brock ist ja als Anti-Venom jetzt wieder dabei. Diese Figur gefällt mir auch ganz gut.

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  8. Tommyknockers80 sagt:

    Hi Crayton,
    du hast ja einige Klassiker daheim. Bin schon auf den nächsten Montag gespannt, was du dann hast!

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  9. Proctor500 sagt:

    Hi,
    gebe dir Recht. Die Ausagabe ist sicherlich ein Klassiker und eine ganz wichtige in der langen Geschichte von „The Amazing Spider-Man“.

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