Review #49: 300, (Mai-September 1998), Dark Horse Comics

Hallo zusammen,

diesmal möchte ich euch einen Comic von Frank Miller vorstellen, der auf einem historischen Ereignis basiert, welches 480 v. Chr. in Griechenland statt fand. Es handelt sich um die Schlacht der Griechen gegen die Perser bei den Thermopylen. Einige von euch haben vielleicht den gleichnamigen Film letztes Wochenende im Fernsehen oder schon vorher auf DVD bzw. im Kino gesehen. Wer den Comic gelesen hat, wird einerseits viele Schlüsselszenen im Film sofort wiedererkannt haben, andererseits aber auch die eine oder andere Szene vermissen. An dieser Stelle noch der Hinweis, dass ich hier die gesamte, fünfteilige Originalausgabe bespreche und nicht nur einen bestimmten Teil. Daher werde ich bei diesem Review auch nicht zu sehr ins Detail gehen.

Storytitel: #1 Honor, #2 Duty, #3 Glory, #4 Combat, #5 Victory

Inhalt: Die Freiheit Griechenlands wird im Jahre 480 v. Chr. durch den Gottkönig Xerxes bedroht. Dieser führt mit seiner gewaltigen Armee einen Eroberungsfeldzug und unterwirft dabei ein Land nach dem anderen. Der Hellenenbund, bestehend aus griechischen Völkern wie z.B. Spartiaten und Arkadiern, wird vom spartanischen König Leonidas angeführt, der für seinen Mut und seine Tapferkeit berühmt ist.
Nachdem Leonidas das Orakel um Rat fragt, zieht er mit seiner Leibgarde, die aus 300 seiner besten Kämpfer besteht, und weiteren griechischen Kriegern an die Küste um dort das persische Heer aufzuhalten. Dabei nutzt er die Thermopylen, einen Engpass zwischen Gebirge und dem Meer, zu seinem strategischen Vorteil und schafft es so, mehrere Tage gegen eine zahlenmäßig weitüberlegene Streitmacht zu bestehen.
Allerdings fallen die Griechen einem Verrat aus den eigenen Reihen zum Opfer und können ihre Verteidigungsstellung letztendlich nicht mehr halten. Leonidas ist sich seiner unabwendbaren Niederlage bewusst und kämpft mit seinen übrigen Mitstreitern dennoch bis zum bitteren Ende weiter, um so den Einwohnern der bedrohten griechischen Städte die Evakuierung zu ermöglichen.

Was mich an der Story zu 300 besonders gereizt hat, ist die Tatsache, dass es sich bei diesem Comic um eine historische, wahre Begebenheit handelt. Die Schlacht bei den Thermopylen hat tatsächlich stattgefunden. Und die Hellenen (Spartiaten) waren der persischen Streitmacht tatsächlich zahlenmäßig weit unterlegen. Ich glaube, dass erste Mal habe ich von dieser Schlacht im Latein-Unterricht gehört, dann später nochmal im Geschi-LK. Und da soll nochmal jemand behaupten, solche Fächer wären langweilig.
Im Gegensatz zur gleichnamigen Comicverfilmung von Zakk Snyder fehlen ein paar Szenen bzw. finden sich nur hier im Comic. So wird auf die Beziehung zwischen Leonidas und seiner Königin so gut wie gar nicht eingegangen, der Handlungsstrang „Königin-Senat“ fehlt im Comic sogar völlig.
Spätestens nach dem ersten Teil der Serie sollte auch dem letzten Leser klar geworden sein, dass sich typisch militärische Werte wie z.B. Treue, Ehre und Gehorsam wie ein roter Faden etwas überspitzt durch die gesamte Story ziehen. Mich störts hierbei nicht, handelte es sich bei den Spartiaten ja auch tatsächlich um ein bekanntes Kriegervolk.
Miller hat bei diesem Comic den Vorteil, dass er die Geschichte nicht von Grund auf neu erfinden muss. Das Hauptgerüst und der Ausgang der Story stehen ja schon bereits fest. Somit kann er sich mehr auf die Feinheiten konzentrieren. Er packt also ein mysteriöses Orakel mit rein, einen mutantenähnlichen Verräter, den Kampf Knabe gegen Wolf, sowie einige weitere Elemente (die Unsterblichen, Totenmauer etc.), die eher im Comicgenre anzutreffen sind, als in der tatsächlichen Historie. Millers Inspiration für 300 war übrigens nicht der Latein- oder Geschichtsunterricht, sondern der Film Der Löwe von Sparta, der 1960 in die Kinos kam.
Für die Story gibt es von mir acht Punkte.

Die Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Miller arbeitet viel mit Schatten- und Umrisszeichnungen, die dem Comic eine gewisse Dramatik und Spannung geben. Die Kampfszenen kommen sehr actionreich und dynamisch rüber. Einzig die Darstellung des mißgestalteten Verräters Ephialtes stört mich. Hier hätte Miller ruhig etwas weniger dick auftragen können. Nichtsdestotrotz macht Frank Miller bei 300 saubere Arbeit. Auch Millers Ex-Frau Lynn Varley hat einen tollen Job gemacht. Obwohl oder gerade weil in der gesamten Serie keine knallbunten Szenen zu finden sind, bekommt der Comic dadurch eine zusätzliche Note, die sich positiv auf den Gesamteindruck auswirkt.
Für die grafische Umsetzung vergebe ich auch acht Punkte.

Fazit: Wer den Film 300 mag, sollte sich mal den Comic anschauen. Wer sich für die antike Geschichte und speziell die Perserkriege interessiert, sollte sich ebenso den Comic anschauen. Wer ein Fan von Frank Miller ist, sollte … ihr wisst schon.
Wer aber ein Fan von Asterix und Obelix ist und mit der Erwartung an diesen Comic herantritt, etwas lustige, auch für Kinder geeignete Unterhaltung anzutreffen, sollte definitiv die Finger davon lassen!

Die Künstler: Frank Miller (Autor und Zeichnung), Lynn Varley (Colorierung)

Die Bewertung:
Story…………..8/10
Zeichnungen..8/10
Gesamt……….8/10

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